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ſpalt um ſo weniger empfand, als auch hier der Humor die geiſtige wie die künſtleriſche Einheit vermittelte; man wird nicht beſtreiten können, daß das, was Weitbrecht ſo ſchön als die dichteriſche Eigen⸗ art Mörikes dargeſtellt hat, nicht minder für die ungebundene Form der Rede in Anſpruch genommen werden darf als für die gebundene. Es beſteht hier ebenſo wenig„das romantiſche Zwitter⸗ weſen“ wie im Hutzelmännlein, in dem ſich Einer nicht minder gefoppt vorkommen kann, wie in den genannten Märchen und Novellen. Aber es ſind das Geſchmackſachen, die außerhalb einer zwingenden Begründung ſtehen. Ich ſchließe hier gern mit Weit⸗ brechts Schlußwort: In M.'s Poeſie„neigt ſich das ewige Firma⸗ ment, und ſelige Sterne rieſeln herab in das Nebelmeer des Erdenlebens.“
Rudolf Krauß, dem die Mörike⸗Forſchung ſchon ſo viel verdankt, hat in ſeinem ſehr dankens⸗ und empfehlenswerten Werke „Schwäbiſche Litteraturgeſchichte“(1. Bd. 1897, 2. Bd. 1899) Anlaß gehabt, ſich eingehender mit Mörike zu befaſſen. Es würde hier viel zu weit führen, auch nur einen kurzen Über⸗ blick über das zu geben, was dieſer Kenner unſeres Dichters zu ſagen hat, es ſollen deshalb nur einige der wichtigſten Stellen herausgehoben werden.„Kaum jemals, ſchreibt Krauß, iſt in einem anderen Poeten die Poeſie in ihrer reinſten, urſprünglichſten Geſtalt ähnlich wie in Mörike verkörpert geweſen. Alles, was er geſchaffen hat, trägt das weihevolle Gepräge unmittelbaren künſt⸗ leriſchen Schauens und Empfindens. Nirgends begegnet man bei ihm gewaltſamer Anſtrengung, naturwidriger Steigerung der Kräfte, künſtlichem Hineinverſetzen in fremde Stimmungen, falſchem Pathos. Peinlich hat er darüber gewacht, daß jede Abſichtlichkeit, jede Tendenz ſeinem Dichten fern bleibe..., niemals hat er irgend welchen äußeren Beweggründen, mögen ſie Eitelkeit oder Gewinnſucht oder Rückſicht auf den Geſchmack des Publikums heißen, das geringſte Recht eingeräumt;... er dichtete nur, wenn die richtige Stimmung über ihn kam.“ Wenn Krauß ihn dann „willensſchwach“ und„bequem“ nennt, ſo kann ich dem nicht bei— ſtimmen; wenn man endlich ſeine körperliche Verfaſſung entſprechend in Rechnung ſetzt, wird man zu anderer Anſicht gelangen. Alles


