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Horaz und einer feinen Schwäbin wäre. Mit Recht beſtreitet auch Weitbrecht, daß in ſeinen romantiſchen Dichtungselementen etwas Ungeſundes ſei, da dieſe von der Art ſeien, daß ſie ſich von der deutſchen Poeſie nicht ganz trennen ließen. Und auch dieſe ver⸗ ſteht er mit ſeinem ſchalkhaften Humor und ſeiner klaſſiſch⸗heiteren Milde ſo zu behandeln, daß ſie ſich in ſeine harmoniſchen Schöpfungen durchaus eingliedern. Seine dichteriſche Welt iſt auch eine Welt des gegenwärtigen Lebens, die nur in der Be⸗ leuchtung ſeines Gemütes und ſeiner Phantaſie erſcheint. Frei⸗ lich nur eins giebt es in dieſer Welt nicht: Den Kampf des Tages und die Tendenz der Partei. Tendenzlos iſt auch ſein Humor, wie jeder geſunde Humor, der weiß, daß das Große und Ewige nicht hinfällt, wenn daneben auch das Kleine und Nichtige ſeine Purzelbäume ſchlägt(vergl. z. B. das Märchen vom ſicheren Mann). Der Humor zieht ſich bei Mörike allerdings immer wieder auch durch den Teil ſeiner Poeſie, die nicht im engeren Sinne humoriſtiſche Poeſie iſt.
Weitbrecht ſieht mit Recht in Mörikes Lyrik und ſeinen poetiſchen Idyllen und Märchen vor allem ſeine dichteriſche Be⸗ deutung. Auffallend bleibt mir dagegen ſein Urteil über Nolten, beſonders aber über die Novellen„der Schatz“ und L. Gelmeroth, ſowie die Märchen„Der Bauer und ſein Sohn“ und„Die Hand der Jezerte.“ Hier begegnet man im weſentlichen demſelben Vor⸗ wurf, den einſt Viſcher erhoben hatte: Der Zwieſpältigkeit. Ich finde dies bei dem„Maler Nolten“ begreiflich, wenn auch nicht berechtigt— die Begründung dafür muß ich mir für meine größere Arbeit verſparen—, ganz unbegreiflich und durchaus unbe⸗ rechtigt muß ich aber den Vorwurf„des zwieſpältigen Eindrucks“ für die ſog.„vier Erzählungen“ finden. Bei den als„Märchen“ bezeichneten Stücken ſollte ſich doch die„märchenhafte Erfindung“ von ſelbſt verſtehen, im„Märchen“ weiß man doch,„wo man dran iſt“. Es war wohl auch dies Bedürfnis nach litterariſcher Deckung gegen eine derartige Kritik, daß M. den Schatz zuerſt als Märchen bezeichnete. Das, was Viſcher und wie es ſcheint auch C. Weitbrecht als phantaſtiſch⸗märchenhaft in beiden Novellen finden, war dem Dichter noch immer ſo real, daß er einen Zwie⸗


