Aufsatz 
Eduard Mörike : Seine Stellung in der Literaturgeschichte und im deutschen Unterricht / von Karl Fischer, Dr. phil., Gymnasialdirektor
Entstehung
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einen ſelbſt die Sorgen um den eigenen kranken Leib vergeſſen. Das geht Schlag auf Schlag, wie man noch nichts erlebte. Dann folgen die Berichte über die Unruhen in deutſchen Landen, in Mergentheim und deſſen Nachbarſchaft ꝛc., die Wahlen zum Frank⸗ furter Parlament, an denen er ſich lebhaft beteiligt hat.Über alles Elend ſeines eigenen Daſeins fühlt er ſich erhoben durch den Sturm der Weltbegebenheiten.Wer hat ſich in dieſen paar Wochen nicht größer als ſein ganzes Leben lang empfunden! Und doch überfällt mich zuweilen der Schmerz, daß ich krank ſein ſoll und bleiben werde, jetzt mit verdoppeltem Stachel. Es iſt hier kein Raum auf alles dies einzugehen: wie er ebenſo die Regierungen wie die Herwegh und Konſorten hernimmt ꝛc. überall zeigt ſich ſein geſundes klares z. T. ſcharfes Urteil auch in politiſchen Angelegen⸗ heiten. Der Schwäbiſche Merkur iſt 1849 und 1850 ſeineNacht⸗ lektüre.Kurheſſen, Schleswig und der Bundestag ſind unſer tägliches Geſpräch. Die Zeitung, die die Olmützer Punktationen brachte, hat er in der Wut weggeworfen und den Brief Friedrich des Großen vom 14. Dezember 1756 geleſen. Die Verlobung mit der Freundin ſeiner Schweſter Margarethe von Speth und der Überzug nach Stuttgart beſchließt dieſe Periode.

In ſeine Gedichtſammlung hat er aus dieſer Periode 36 Gedichte und das herrlicheIdyll vom Bodenſee(Gedichte S. 325 398) aufgenommen.

Im Spätſommer 1851 konnte nach Stuttgart übergeſiedelt werden; im Herbſt war die Hochzeit. Alsbald begann M. nun ſeine Lehrthätigkeit an der höheren Mädchenſchule daſelbſt, dem Katharinenſtift, und hielt Vorleſungen imMuſeum zunächſt über Stücke Shakesſpeares ꝛc., die mit ſehr großem Beifall aufgenommen wurden. Einen Antrag der Regierung, auch am Polytechnikum Vorleſungen zu halten, mußte er wegen ſeines immer ſchwankenden Geſundheitszuſtandes ablehnen.

Im NJahre 1852 verlieh ihm die philoſophiſche Fakultät der Univerſität Tübingen die Doktorwürdefür ſeine vorzüglichen Verdienſte um die ſchwäbiſche Dichtkunſt. Die Verſuche Auerbachs und Geibels, Mörike für den Münchener Dichterkreis um König Marx zu gewinnen, mißlangen; auf Kaulbachs Antrag wurde er