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bereitet zu haben. Die Bewegungen, die die Iulirevolution in Deutſchland hervorrief, nahmen auch Mörikes vielgeliebten älteſten Bruder Karl, der Thurn- und Taxis'ſcher Amtmann in Scheer a. d. Donau war, ſo gefangen, daß er aufreizend auftrat, ſein Amt verlor und auf den Hohenaſperg kam. Auch Johannes Mährlen, der ſich der Redaktion einer Zeitung angenommen hatte, war von dem Zeitgeiſt ſtark bewegt, Freund Eduard ſollte für die neuen Ideen poetiſch eintreten; dieſes lehnte er auf das beſtimmteſte ab, da es durchaus dem Weſen der Poeſie wie der Kunſt überhaupt entgegen ſei.
Man hat Eduard Mörike viel nachgeſagt, was unbegründet iſt, auch, daß er unpatriotiſch und ohne Teilnahme an öffentlichen Angelegenheiten geweſen ſei. Schon als Fünfzehnjähriger hat er in einem Gedicht von 15 achtzeiligen Strophen am Sylveſterabend des Jahres 1819 ſeiner mächtigen patriotiſchen Erregung über die Freiheitskriege und die württembergiſchen Verfaſſungskämpfe glühenden Ausdruck verliehen. Die Ideen, die die Burſchenſchaft hervorriefen, hatten ſeine ganze Teilnahme und Zuſtimmung, die Perſönlichkeit Sands erweckte außerordentliche Sympathieen in ihm, aber die Art, wie die Burſchenſchaft in Tübingen auftrat, forderte ſeinen Spott heraus, und die Freiheitsphraſen, zumal im Anfang der 30 er Jahre, waren ihm zuwider. Als ihm Mährlen einmal von ſeinem Enthuſiasmus über die Juli⸗Revolution geſchrieben hatte, erwiderte er(1830)„Was jetzt dergleichen in Deutſchland geſchehen könnte, perhorresciere ich im voraus als Eitelkeit— und wenn ich hierin zu weit gehe, ſo hat's das ſchwarz⸗rot⸗goldene Band verſchuldet, das dann aber doch meinen Patriotismus nicht ganz und gar ſtrangulieren konnte“.
Mit der teuren Mutter und der innigſt geliebten Schweſter Clara hatte der Dichter im Sommer 1834 das Pfarrhaus bezogen, in dem auch Schillers Mutter— die„Frau Majorin“— und Schweſter, die Gattin des Pfarrers Frankh gelebt hatten. Mit vollen Zügen genoß er die traute Häuslichkeit, die ihm die Seinigen zu bereiten wußten, mit großem Eifer nahm er ſich ſeiner Gemeinde an, in freudiger Stille wartete er der Stunden, die ihm die Muſen ſchenkten. Aber ſchon im erſten Winter erkrankte er ſo
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