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Dieser ausgewählte Lehrstoff ist sodann unter Angabe der Ab- schnitte bezw. Paragraphen für jede Klasse von VI bis UII auf die Tertiale verteilt(vergl. die Klassenlehrpläne). Das wörtliche Auswendiglernen ist nur für die Musterbeispiele, nicht aber auch für die Regeln zu fordern. Die Auswahl für die oberen Klassen fällt nach Lage der Dinge weg, wenn auch die Grammatik und das ent- sprechende Ubungsbuch Müllers einigen Anhalt dafür giebt. Da die Grammatik nach den Lehrplänen in den oberen Klassen nur der Förderung der Lektüre zu dienen hat, so ist auszuschlieſsen: 1. eine wesentliche quantitative Erweiterung des Lehrstoffs, 2. eine geschlossen- systematische Behandlung der Grammatik, 3. eine planmälsige Wiederholung der früher gelernten Abschnitte; denn die Auffrischung des früher Gelernten muſs hier durch Anwendung allein geschehen. Dadurch wird das Maſs dessen bestimmt, was auf dieser Stufe der Wiederholung bedarf. Die grammatischen Kenntnisse sind vielmehr zu vertiefen und zu erläutern durch Vergleichung mit der griechischen bezw. deutschen Syntax; die grammatische Behandlung mufs der- artig sein, dals sie der Lektüre vorarbeitet, auf sie zurückgeht und auf Fehler zurückgreift, die beim Uebersetzen ins Lateinische ge- macht worden sind.
2. Wortbildungslehre und Etymologie, Prosodie und Metrik.
Die Wortbildungslehre wird, wie es scheint, noch immer nicht ausreichend berücksichtigt, und doch liegen in ihr nicht nur bedeutende Bildungselemente, indem sie den Beobachter gleichsam in die Werk- statt des Sprachgeistes führt— das gewährt Genufs, erweckt Inter- esse und regt das Nachdenken an—, sondern auch wirksame Stützen für das Gedächtnis. Schon in VI ist mit den einfachsten Vorgängen zu beginnen und zwar zunächst mit dem stofflich Greifbarsten, den Kompositis, z. B. agricola— ager— colere etc. Daneben bieten die vielen Substantiva auf ia und itia, tas etc. Gelegenheit, auf die Wortbildung und die Bedeutung dieser Bildungssilben— deutsche Parallelen müssen gegeben werden— hinzuweisen. Material genug enthält die Grammatik(die von Müller§ 60— 67; der Lehrer wird gut thun, die entsprechenden Paragraphen bei Ziemer zu vergleichen).


