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dieser Richtung geschärft wird und Vergleiche mit modernen wirt- schaftlichen und sozialen Verhältnissen Verständnis finden. Die Lek- türe von Ciceros Schriften und den Horazischen Dichtungen ist besonders geeignet, die Schüler auch in die Kenntnis des Privat- lebens, sowie der Asthetik, Rhetorik und Philosophie der Römer einzuführen.
So kann durch die Lektüre, wie sie sich jetzt noch betreiben läſst, der Schüler ausreichend nicht blols mit den wichtigsten geschichtlichen Ereignissen des 1. Jahrhunderts vor und nach Christi Geburt bekannt gemacht werden, sondern auch mit dem geistigen Leben der Römer in jener UÜbergangszeit: Der schärferen Erfassung der weit komplizierteren modernen Verhältnisse wird so wirksam vorgearbeitet..
II. Auswahl und Verteilung des Lehrstoffs.
Die Erreichung des Lehrziels ist wesentlich auch dadurch bedingt, dafs der Lehrer nicht blofs die richtige Auswahl aus dem Lehrstoft trifft, sondern diesen auch schon bei Beginn des Jahreskursus— bei uns am besten auf die Tertiale— verteilt und dabei zugleich die Tage für die schriftlichen Arbeiten festsetzt und ins Klassen- buch schreibt.
A. Grammatik.
l. Grammatik im engeren Sinne.
Der Umfang des Lehrstoffes ist für die einzelnen Klassen in zwei Normalexemplaren der Grammatik durch verschiedenfarbige Striche genau bezeichnet. Diese Exemplare sind im Konferenzzimmer für den allgemeinen Gebrauch aufgelegt. Die Auswahl für die drei unteren Klassen ist durch die UÜbungsbücher bezw. durch deren Anhänge gegeben. Die seither gebrauchte Grammatik von Ellendt-Seyffert wird allmählich von Ostern 1900 ab durch die von H. J. Müller ersetzt, die auch die zu memorierenden Musterbeispiele bietet. Die Auswahl ist wesentlich bestimmt durch das Lehrziel jeder Klasse und die entsprechenden Bestimmungen der Lehrpläne. Anhalts- punkte gewähren auch mehrere der früher erschienenen Grammatiken.


