Um Milsverständnissen bezw. Milsdeutungen zu begegnen, be-
merkt der Verfasser zum Schluſs folgendes:
1.
Die artikellose Fassung des Themas soll die bezüglichen Unter- weisungen als gelegentliche und unverbindliche bezeichnen. Die Fassung soll bereits andeuten, dass mit dem„Entwurf“ ein„Kampf“ gegen die Sozialdemokratie nicht von der Schule gefordert wird. Und wenn S. 65 gesagt wird, dals wir Schul- männer Grund hätten,„planmäſsig an die Gegenarbeit zu gehen“. so wird dies im Nachsatz dahin erläutert, dals wir„das heran- wachsende Geschlecht zu tüchtigen deutschen Männern, Christen und Staatsbürgern zu bilden“ hätten. Wer dies Ziel nur zum Teil anerkennt, wird darnach auch seine pädagogische Arbeit modifizieren müssen.
Eine unmittelbare Bekämpfung der Sozialdemokratie könnte nur durch einen entsprechenden fachmälsigen Unterricht ver- sucht werden; dieser Versuch ist in dem„Entwurf“ abgelehnt, worden.
Durch den vorgeschlagenen Gelegenheitsunterricht sollen aber die bezüglichen Unterrichtsfächer nicht einem heterogenen. Zweck dienstbar gemacht werden, sondern die Gelegenheiten, welche der bezügliche Unterricht bietet, sollen ohne Zwang und nach freier Ueberzeugung eines Jeden dazu benutzt werden, um Kenntnisse, Vorstellungen, Empfindungen etc. zu erzielen, welche dem genannten Bildungsziel zuführen. Es handelt sich also nicht um einen Milsbrauch des Unterrichts zu heterogenen Zwecken, sondern um die Betonung derjenigen Unterrichtsteile und Erziehungsmomente, die für Erreichung jenes Bildungsziels besonderen Wert haben.
Nicht das negative Ziel des Kampfes gegen die Sozialdemokratie, nicht allein das Ziel, unsre Schüler gegen diese zu wappnen, ist durch den„Entwurf« gesteckt worden, sondern das oben- genannte positive Ziel, welches insbesondere darin seine Speziali-


