Führung seines Kaisers, aber auch nur dann, wenh es einig und treu ist; wenn es den Parteihader dämpft und den Patriotismus lodern lälst.—
Bezüglich der Behandlung der Geographie, in welcher wie in Deutsch und Geschichte die Heimatskunde besonders zu pflegen ist, verweise ich auf Sachse und Gemoll, desgl. bezüglich des Gesangs; musterhaft ist, was Sachse bezüglich des Rechnens bereits vorgetragen hat(S. 151 ff., 175 ff.); auch für die Natur- wissenschaften bringt er Beachtenswertes bei(S. 187 f.). Dies ist wesentlich zu erweitern durch meine obigen Darlegungen; nament- lich kann seitens der Biologie ganz erhebliches für die sozialpolitische Propädeutik geleistet werden, nur darf der bezügliche Unterricht nicht in der Morphologie stecken bleiben, wie das heute noch die Regel ist.
Zur fremdsprachlichen Lektüre nur einige Bemerkungen. Hierfür sind neuerdings treffliche Arbeiten von Schulmännern ver- öffentlicht worden, auf die ich hier verweise, indem ich sie der be- sonderen Beachtung aller Amtsgenossen dringend empfehle; es sind besonders: H. Geist,„Was bieten die antiken Historiker der modernen Jugend?“(Progr. des Posener Realgymnas. 1891), ferner die schon früher genannte vortreffliche Schrift von Weise, sowie die Einleitung zur Auswahl der philosophischen Schriften Ciceros von Weiszenfels. Ich habe es schom anderwärts ausgeführt, daſs die sog. philosophische Propädeutik— und diese ist eine wesentliche Er- gänzung der sozialpolitischen— in der Schule nur wirksam sein kann, wenn sie auf die Lektüre gebaut wird; hierfür bieten aufser Cicero die Memorabilien des Xenophon, sowie die Dialoge— nicht die groſsen(auſser etwa Protagoras)— Plato's das geeig- netste Material, besonders Laches und Butyphron kommen hier in Betracht. Nachdem die leichteren Abschnitte der Memorabilien über die Dankbarkeit der Kinder(II, 2§ 6 fin. bis Ende des Kap.), die Bruderliebe(II, 3), die Körperpflege(III. 12), die Erziehungsbedürf- tigkeit des Menschen(IV§ 3 bis Ende des Kap.) gelesen sind, läſst man die Beispiele sokratischer Dialektik(IV, 6), sowie die Abschnitte über die Selbsterkenntnis(IV, 2), über die Gerechtigkeit(IV, 4 bis § 20), über die göttliche Fürsorge(IV, 3) und zuletzt das schwierigere Stück über die Selbstbeherrschung(IV, 5) lesen. Namentlich darf bei der Besprechung der bezüglichen Stücke nicht unterlassen werden, auf die Uberschätzung des Wissens hinzuweisen, der auch Sokrates


