72
nannt— gewidmet. Solche Betrachtungen*) hält er für eben⸗ ſo vorteilhaft für einen Chriſten wie ergötzlich. Indem ſie nämlich den Geiſt des Menſchen beſchäftigen und auf beſtimmte Gegenſtände richten, bewahren ſie ihn vor Trägheit und Ver⸗ ſuchungen, denn die Gedanken des Menſchen ſind häufig wie aufrühreriſche Soldaten, die, wenn unbeſchäftigt, ſich ſelbſt auf eine verderbliche Weiſe beſchäftigen. Die Verſchiedenheit der betrachteten Gegenſtände ergötze an ſich ſchon, weil der menſchliche Geiſt die Mannigfaltigkeit liebt, aber auch das Neue und Unerwartete, was dabei zu Tage tritt, erfreut; Geſtaltungs- und Denkkraft wird geübt, die Vergleichung ſchärft das Urteil, fördert den Witz, die Beobachtungsgabe und den praktiſchen Blick. Sie bilden aber auch den Willen und leiten die Affekte. Es fehlt an Raum, auf Einzelheiten einzugehen; nur ein Beiſpiel. Als er am 1. Oſtertag 1648 auf der Heimfahrt von Holland zwiſchen Rotterdam und Gravesend zufällig ſein Fernglas erhob, konnte er durch das— ſelbe einen Piratenkreuzer erkennen und ſo beobachten, daß ſie ihm nicht in die Hände fielen. Das Glas, meint er, brachte uns ja das Schiff nicht näher; ſolch ein unſcheinbares und doch ſo nützliches Inſtrument iſt auch das Nachdenken über den Tod.(Lk. 21, 34, Hiob 14, 22).
*) Uebrigens haben ſie Swift veranlaßt, einmal ſeinen Witz an ihnen zu üben in ſeiner frommen Betrachtung beim Anblick eines Beſenſtiels.


