Aufsatz 
Robert Boyle : ein christlicher Natur- und Schriftforscher / dargestellt von Karl Fischer
Entstehung
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baren, ſo ſoll der Menſch dieſe Strahlen ſammeln, verwahren und bei Gelegenheit ins Gewiſſen fallen laſſen, um ſo die Glut der Gottes-Erkenntnis und Seligkeit anzufachen.

Wenn ſich nun Einige, welche von der h. Schrift nicht ſehr ehrerbietig ſprechen, hier getroffen fühlen, ſo entgegne er ihnen:Ich habe dieſes aus demſelben Zweck gethan, aus dem man einem in Ohnmacht liegenden das Geſicht mit kaltem Waſſer reiben oder ihn ſonſt zu rütteln pflegt, damit er zu ſich komme. Ich habe keinen ſchlimmern Vorſatz gehabt als der Engel in der Apoſtelgeſchichte, der Petrus an die Seite ſchlug, nicht um ihn zu verletzen, ſondern zu ermuntern und aus Gefängnis und Banden zu befreien.Ich verſichere die jenigen, ſagt er am Schluß des Vorworts, denen die elende Ehre ihres Namens lieber iſt als Gottes Ehre, daß ich nur dieſe habe mehren, aber nicht meinen Verſtand habe ſehen laſſen oder ihnen den ihrigen habe abſprechen wollen.

In dem allgemeinen Teil, mit dem der Aufſatz beginnt, geht B. davon aus, daß nicht wenig Leute von Anſehen zwar die Autorität der h. Schrift, nicht aber ihre Schreibweiſe gelten laſſen wollten; durch die Sticheleien dieſer werden dann Viele vom Leſen derſelben abgehalten. Dem will er entgegentreten: Denn zur höchſten Bewunderung der Schrift iſt nur eins nötig, nämlich ihr rechtes Verſtändnis. Jene Tadler werfen der Schrift Mangel an Ordnung und Methode vor; ſie iſt, ſagen ſie, voll Widerſprüche, die Teile ſtehen nicht im rechten Zuſammenhange; die Ausdrucksweiſe entbehrt der Eleganz, ja ſie iſt ſchläfrig und abgeſchmackt; ſie enthält viel üble und fremdartige Dinge und iſt voll Tautologien. Dieſe machen es mit der Schrift,dem getreuſten Leitſtern auf dem Wege zur Wahrheit und zum himmliſchen Vaterlande, meint Boyle, wie die Aſtronomen, welche das Firmament mit Bären, Ochſen, Böcken, Hunden, Skorpionen ꝛc. verunzieren. Aber wie die Schiffer ſich nicht vom Polarſtern ablenken laſſen, weil der Bärenname davor ſteht, ſo ſollen es auch die mit der h. Schrift machen, welche auf der Fahrt nach der Ewigkeit begriffen ſind.