Aufsatz 
Robert Boyle : ein christlicher Natur- und Schriftforscher / dargestellt von Karl Fischer
Entstehung
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23 abſcheulichen Mißbrauch desſelben; ein Anhang iſt gegen das Fluchen gerichtet. Dieſes Manuſkript trägt die Zahl 1647 und iſt an eine Schweſter, die Gräfin Kildare gerichtet. Aus derſelben Zeit datiert eine Abhandlung über die mißverſtandene Beſcheidenheit.*) Eine größere Abhandlung handelt über die

himmliſche Lieber**) amor seraphicus im Gegenſatz

zur irdiſchen Liebe und iſt in Form eines Schreibens an

einen Freund Lindamor gerichtet, der in irdiſcher Liebe J 9 9

unglücklich ſich nun zur himmliſchen Liebe, zur Gottes liebe wenden ſoll. Es iſt auf dem Familiengut Leſſe 6/8 1648, kurz vor den Entſcheidungen der Bürgerkriege durch Cromwells Eiſenſeiten vollendet und einer ſeiner Schweſtern, der Gräfin von Warwick zugeeignet. Nach ſeiner Veröffentlichung 1659. machte es ſolches Aufſehen, daß es ein Franzoſe überſetzte und den Ständen von Utrecht widmete, 1692 wurde es aus dem Franzöſiſchen ins Deutſche überſetzt alsHimmliſcher Liebes triumph, 1693 erſchien es lateiniſch in Genf und nach dieſer überſetzung iſt es in Halle in der Buchhandlung des Waiſen hauſes 1709 deutſch erſchienen.**r) Die Abhandlung zerfällt in 26 Abſchnitte. Die Liebe der Braut⸗ und Eheleute, ſo führt Boyle im 1. Abſchnitte aus, iſt zwar eine edle und ſchöne Sache, aber die höchſte Liebe gebührt Gott. Wie die Juden Salben hatten, um ſich und ihre Freunde zu ſalben, ſo gab es ein köſtliches Salböl, welches nur in göttlichen Dingen zu gebrauchen war, und wie in einem Bergwerke das geringe Metall dem Herrn des Orts gehöre, ſo das edle dem König. Seraphiſche Liebe komme von saraph entflammen, feurig ſein; dieſe feurige Liebe meine er. Fällt ſie auf Menſchen, ſo ſtirbt *) Fehlt bei Birch. ͤ

Werke I, 155 87.

. rr*) Es iſt bezeichnend, daß die Univerſitäts⸗Bibl. zu Halle dieſe Üüberſetzung ebenſo wenig hat, wie irgend eine andere theol. Schrift Boyles; die mediziniſchen und naturwiſſenſchaftlichen dagegen ſind zum großen Teil vorhanden. Jene Üüberſetzung iſt vielleicht durch A. W. Böhme vermittelt, vergl. A. H. Francke von Kramer II, 58 ff.; die Beſchaffung dieſer vielleicht durch Fr. Höoffmann A. D. B. XII. 584 ff.