Aufsatz 
Robert Boyle : ein christlicher Natur- und Schriftforscher / dargestellt von Karl Fischer
Entstehung
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22 ſeine ganze Lebenskraft gewidmet.*) An dieſen Beſtrebungen nahm außer Hartlib auch Boyle ganz beſonders regen Anteil. Es iſt für den Einundzwanzigjährigen ſehr bezeichnend, was er am 3/5. 47 an Durie ſchrieb:Es war lange ſo gut mein Wunder wie mein Kummer zu ſehen, daß ſo vergleichs⸗ weiſe geringe Unterſchiede in den Meinungen ſo breite Riſſe und gewaltige Spaltungen im Gemüt hervorbringen. Es iſt befremdlich, daß Leute lieber um ein paar unbedeutende Fragen herumſtreiten, in denen ſie uneins ſind, als ſich eng mit einander verbinden auf Grund der Fundamental-Wahrheiten, in denen ſie übereinſtimmen. Ich muß bekennen, daß es mir zur größten Genugthuung gereichen würde, wenn ich ſehen könnte, daß durch Gottes Segen Ihre frommen Beſtrebungen gelängen, unſre widerſpänſtigen Parteien zu einer maßvollen und befriedigenden Ausſöhnung zu bringen. Was nun unſre plötzlich aufgekommenen Parteien betrifft Schwämme, die in der letzten Nacht hervorgeſproßt ſind ſo iſt der ſchlechteſte Teil von ihnen, anſtatt mit dem Licht auf den rechten Weg zu weiſen, mit Wut daran, ſich den Leuchter an den Kopf zu werfen; wie Jonas Kürbis durch den Wurm ihrer Un⸗ vernunft zu Boden geſtreckt,(vgl. Jona, Kap. 4) ſind ſie ebenſo plötzlich in ihrem Verfall wie rapid in ihrem Wachs⸗ tum. Und es iſt wohl ein ſicherer Weg zu ihrer Zerſtörung, ſie ſterben zu laſſen als ſie töten zu wollen. In dieſe Zeit fällt die Abhandlung, die er gegen das Gewohnheitsſchwören und Sichverheißen im gewöhnlichen Leben ſchrieb.**) Indem er von den bekannten Bibelſtellen ausgeht, behandelt er im 1. Abſchnitt die Entſchuldigungen, die Ausreden der gewohn⸗ heitsmäßigen Schwörer; es ſind 13 nebſt den 13 Antworten und 2 Exkurſen. Im 2. Abſchnitt giebt er ſechs Anweiſungen, wie man ſolche Leute aus ihrer Sündengrube herausziehen könne. Beim Schluß verwahrt er ſich gegen den Verdacht, als wolle er jeden Eid verwerfen, er wende ſich nur gegen den *) Stern a. O. II., S. 268 ff. **) Werke V, S. 204 28.