Aufsatz 
Robert Boyle : ein christlicher Natur- und Schriftforscher / dargestellt von Karl Fischer
Entstehung
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ſich gelegt hätte, wenn er ſich nicht der Sünde gefürchtet hätte. Aber nach mehrmonatlicher Mattigkeit und läſtiger Verwirrung des Gemüts fühlte er ſich, wie er ſelbſt erzählt, als es Gott gefiel, nach genoſſenem Abendmahl wieder in der göttlichen Gnade. Seitdem war er beſonders darauf bedacht, ſolche ſataniſche Verſuchungen wachſam zu unterdrücken; ſelten und nur vorübergehend wurde dann noch die Ruhe und Heiterkeit ſeines Gemütes getrübt. Aus all dieſem aber wuchs ſeine Gottesliebe nur noch mehr, ſowie der Drang, ſeinen chriſtlichen Glauben immer tiefer zu gründen und ſich namentlich beſſer und klarer ſeines Glaubens bewußt zu werden, der, wie er einſah, nicht ererbt und anerzogen werden kann, ſondern erworben werden muß. Nachdem er 21 Monate in Genf geweſen war, reiſte er Mitte September 1641 nach Italien, genoß zunächſt die Großartigkeit der Schweizer Berge, indem er bedeutende Berg⸗ partien unternahm, und gelangte durch die Lombardei nach Venedig und Florenz, wo er den Winter über blieb und unter Marcombes' Leitung italieniſch lernte und Galilei's Werke ſtudierte. Während ſeines Aufenthaltes daſelbſt ſtarb Galilei auf einem Landgute in der Nähe der Stadt.

Den Umſtand, daß zwei Rabbiner mit ihm in demſelben Hauſe wohnten, benutzte er zu eingehenden religiöſen Geſprächen. Als der Carneval kam, beſuchte er Bälle und mit ſeinem Hofmeiſter die verrufenſten öffentlichen Häuſer. Dabei hielt er ſich nicht bloß von jeder Unkeuſchheit fern, ſondern pflegte zu ſagen, daß dieſe Einrichtungen ſich ſelbſt richteten, indem die ſchamloſe Nacktheit des Laſters und die widrige Häßlichkeit desſelben jeder Beſchreibung ſpotteten. Einen unauslöſchlichen Eindruck machte es ihm, als er ſich einſt allein erging und zwei Mönche ihn zu ihrer ſchändlichen Luſt mißbrauchen wollten, ſodaß er ſich nur mit äußerſter Anſtrengung aus ihren gierigen Händen befreien konnte.

Nachdem er den Winter in Florenz verbracht hatte, brach er Ende März 1642 nach der ewigen Stadt auf, deren Sehenswürdigkeiten er in vollen Zügen genoß. Da er für

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