Aufsatz 
Robert Boyle : ein christlicher Natur- und Schriftforscher / dargestellt von Karl Fischer
Entstehung
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16 die Fechtkunſt und lernte tanzen, das er ebenſo verachtete wie er jene ſchätzte. Außerdem wurden Spiele im Freien betrieben und fleißig franzöſiſch geleſen.

Wiewohl Robert in hohem Grade ſtrebſam und für ſein Alter ernſt und religiös war, ſo war es doch ein beſonderes Ereignis, welches das in ihm ſchlummernde Chriſtentum im Sturme weckte und zu gewaltigem Wachstum brachte. In einer Sommernacht(wahrſcheinlich 1641) ſchlummerte er in ſeinem Bette, als ein ſo furchtbarer Sturm unter Blitz und Donner eintrat, daß er glaubte, die Welt gehe unter. Die lange Dauer und die ununterbrochene Gewalt des Unwetters beſtärkten in ihm den Glauben, daß der Tag des Gerichts nahe ſei. Da er nun daran dachte, wie völlig unvorbereitet er für dasſelbe war, und wie ſchrecklich es wäre, von jenem Ereignis völlig überraſcht zu werden, ſo gelobte er ſich feierlich, wenn ſeine Befürchtung in dieſer Nacht ſich nicht bewahrheiten ſollte, fortan ſein Leben religiöſer geſtalten und wachſamer in dieſer Beziehung werden zu wollen. Als der Morgen und mit ihm die wolkenloſe Heiterkeit des Himmels wiederkam, erneuerte er jenen Vorſatz ſo feierlich, daß er von dieſem Tage ſeine Bekehrung datierte. So brachte ihm dies Unwetter die herrlichſte Frucht: eine tiefe und unerſchütterliche Frömmigkeit.

Welch weiten Blick und ſicheres Urteil der Vierzehn⸗ jährige auch über die Zeitgeſchichte hatte, beweiſen ſeine Briefe, namentlich einer an ſeinen Vater, in welchem er einen Überblick über die kriegeriſchen Vorgänge in Deutſchland, Frankreich und Spanien giebt, der für ſein Alter bewundernswert erſcheint.

Während jener Zeit unternahm er eine Reiſe nach den Savoyer Bergen, nach Grenoble und in die Dauphinée. Dabei wurde er in die wilde Bergeinſamkeit geführt, wo das Mutter⸗ kloſter der Karthäuſer ſteht. Die erſchütternde Melancholie des Orts und ſeiner Geſchichte war es, welche den teufliſchen Verſucher die Gelegenheit wahrnehmen ließ, in Boyle die ſchwerſten Zweifel an den chriſtlichen Grundwahrheiten zu erwecken und ihn ſo zu erregen und zu verwirren, daß er ſelbſt Hand an