2. Kapitel. Wanderjahre.
Seitdem Shakesſpeare meinte:„Wer zu Hauſe bleibt, bleibt im Witz zurück“, und„Jünglinge, welche zu Hauſe bleiben, haben immer hausbackenen Witz“, wurde es in Eng— land für die Jugend der höheren Geſellſchaftsklaſſen eine Forderung, ihre Bildung durch eine Reiſe, gewöhnlich nach Frankreich und Italien abzuſchließen, und wenn möglich in Genf, der Hochburg des Calvinismus, die religiöſe Rüſtung zu vollenden.
So verließ denn Ende Oktober 1638 Robert mit ſeinem älteren Bruder Franz, dem ſpäteren Lord Shannon, mit ſeinem neuen Hofmeiſter und drei franzöſiſchen Dienern Eng⸗ land; ſie fuhren nach Dieppe und von da über Rouen nach Paris, ungefähr desſelben Wegs, den kurz vorher Milton ge⸗ nommen hatte.*) Nach längerem Aufenthalt in Paris wurde Lyon beſichtigt, die ſavoyiſchen Berge bewundert und Genf erreicht, wo Marcombes ſeine Familie hatte und ſeinen Zög— lingen nun für längere Zeit Quartier machte. Boyle ſetzte dort ſeine mathematiſchen Studien fort— Marcombes unterwies ihn in Rhetorik und Logik— und ſtudierte mit beſonderem Genuß ein geographiſch⸗ethnographiſches franzöſiſches Sammelwerk„Le Monde“. Um bei ſeinem jugendlichen Alter ein Gegengewicht gegen dieſe angreifenden Studien zu gewinnen, betrieb er eifrig
*) Alfr. Stern, Milton u. ſ. Zeit I, 263, wo es wohl Robert und nicht John B. heißen ſoll.


