12 ordentlich kräftiger Konſtitution wurde. Freilich hielt dies nicht lange an. Kaum drei Jahre alt verlor er ſeine Mutter, die nicht gekannt zu haben ſpäter ſeine regſte Klage war.
Tiefen Eindruck machte es in früheſter Kinderzeit auf ihn, daß er durch Verſpottung eines ſtotternden Knaben aus ſeiner Umgebung ſich das Stottern ſo angewöhnte, daß es ihm nicht gelang, es ſich völlig wieder abzugewöhnen. Schon damals ſah er in ſeinem tiefreligiöſen Sinn darin eine gerechte Strafe des Himmels und um ſo mehr freute er ſich über einen Unfall, aus dem er die beſondere Fürſorge Gottes zu erkennen glaubte. Als ihn nämlich in früher Kindheit ſein Vater nach Dublin kommen ließ, hatte die Kutſche, in der er ſich mit einem Diener befand, einen Bach zu paſſieren, der durch ſtarke Regengüſſe zu einem Strome angeſchwollen war. Die Kutſche war nahe daran, von dem Waſſer überflutet zu werden, ohne daß die Inſaſſen es bemerkten. Ein Herr aus dem Gefolge ſeines Vaters, der gut beritten war, zwang ſein Pferd in die Flut und zog den Knaben wider Willen aus der Kutſche, welche ſofortüberflutet wurde.
Sobald es ſein Alter erlaubte, erhielt der geiſtig ſehr rege und durch eine ſtarke Phantaſie ungewöhnlich bewegte Knabe Unterricht im Schönſchreiben, ſowie im Franzöſiſch⸗ und Lateinſprechen bei einem der Kapläne ſeines Vaters und einem Franzoſen, der im Hauſe wohnte. Der unabläſſige Fleiß des Knaben, ſowie ſeine nie wankende Wahrhaftigkeit machten ihn dem Vater beſonders teuer. So erzählt ſeine ältere Schweſter, Lady Ranelagh, ſie habe einſt verboten, daß von einem beſtimmten Obſtbaum gegeſſen werde; als Robert, der das Verbot nicht kannte, zehn Stück von dem Baum ge⸗ nommen hatte und ihn die Schweſter zankte, daß er ein halb Dutzend gegeſſen habe, widerſprach er und rief:„Nein, ich habe zehn gegeſſen.“
Nachdem er etwas über acht Jahre alt war, etwa 1635, kam er nach Eton, deſſen Vorſteher— Sir Henry Wotton— ein Freund ſeines Vaters und ein Gönner des im benachbarten Horton wohnenden Milton war.


