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Vaterſtadt Kanterbury empfangen hatte, brachte ihn die ſorg— ſame Mutter auf die Schule nach Cambridge, wo er im Bennet College die Rechte ſtudierte. Als Zwanzigjähriger 1586 verlor er auch die Mutter, und nachdem er in London im Temple in die Führung von Rechtsgeſchäften eingeführt war, führte ihn ſein reger und ſtrebſamer Geiſt nach Irland. Nicht als ob er ein Glücksritter geweſen wäre. Er war ein junger Mann nicht bloß von Streben, Verſtand und Bildung, ſondern auch von reiner Geſinnung, treuem Herzen und un— erſchütterlichem Gottvertrauen. Freilich ſeine materiellen Mittel waren nur ſehr gering.„Als ich“, erzählt er ſpäter ſelbſt, „an jenem Sommerabend in Dublin landete, war mein ganzer Reichtum 27 Pfd. 3 sh. in Geld, und 2 Andenken, welche mir meine Mutter gegeben hatte, nämlich ein Diamantring, den ich immer trug, und ein goldenes Armband im Werte von 10 Pfd. Ferner beſaß ich ein Wams von Taffet, ein paar ſchwarze verbrämte Sammethoſen, einen neuen Mailänder Barchent⸗Anzug, 2 Mäntel, hinlängliche Wäſche und das ſonſt Notwendige nebſt Degen und Dolch.“ Und als er— wieder am Sommer⸗Sonnwend⸗Abend— nach 44 Jahren, am 23. Juni 1632, in einem ſeiner iriſchen Paläſte ſaß und ſeine Lebens⸗ rechnung aufſtellte, konnte er ſich Lord Boyle, Baron von Youghall, Viscount Dungarvan, Graf von Corke nennen. Er war Lordſchatzmeiſter von Irland und einer der beiden Lordoberrichter. Aber er durfte in dieſer Lebensrechnung auch ſchreiben:„Seitdem(ſeit 1588) hat der Segen Gottes, deſſen himmliſche Vorſehung mich hierher geleitete, meinen anfangs ſo ärmlichen Beſitz ſo bereichert, daß ich keinen meiner Nachbarn zu beneiden brauche, und hat mir keine Sorge und Belaſtung meines Gewiſſens dazugefügt. Und an dieſem Sonnwend⸗ Abend habe ich meinem Gott, der Königin Eliſabeth, König Jakob und König Karl volle 44 Jahre gedient und werde weiter dienen, ſo lange Gott mir Kraft dazu verleihen mag.“ Und es war ein ſturmvolles, von Gefahren aller Art um— gebenes, raſtloſes Leben geweſen; aber auch ein Leben voll


