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lagen nur temporär Geltung haben, daraus folgt, daß auch von einem dauernden Ergebnis jener Arbeit nichts zu bemerken iſt. ¹)
Da wir keine Kenntnis von dem Menſchen an ſich haben und haben können, weil es keinen Menſchen an ſich giebt, ſo haben wir auch keine Kenntnis von einer Geſellſchaft oder einem Staate an ſich; dieſe haben ebenſo wenig exiſtiert wie jener. Über etwas aber zu philoſophieren, was nicht exiſtiert, kann keinen Anſpruch auf Wert und Geltung erheben. AÄhnliche Überlegungen waren es wohl auch, welche Meyer ²) die Forderung nach dem„Boden einer realiſtiſchen Geſchichtsphiloſophie“ erheben laſſen. Allein er dreht ſich im Kreiſe. Er will mit Recht von der pſychologiſchen Grund⸗ lage ausgegangen haben. Aber wo bekommt er die her? Alles was bis jetzt von metaphyſiſcher oder empiriſcher Grundlage zu Tage gefördert iſt, kann nicht als Grundlage gelten, denn die Richtigkeit jener beruht, wie bemerkt, auf der Annahme des meta⸗ phyſiſchen Syſtems und ein ſolches kann niemand aufgezwungen werden, die Richtigkeit dieſer aber auf Beobachtungen, deren Exaktheit vielfach bezweifelt und deren Zuſammenhang ungewiß iſt. Es giebt nach meiner Meinung keine andere Grundlage, auch keine pſychologiſche, als die Offenbarungsthatſachen, die beſſer beglaubigt ſind als viele andere Vorgänge, welche für geſchichtliche Thatſachen gelten. Jene Thatſachen können aber nur, wie die hiſtoriſche Wiſſenſchaft dies immer verlangen muß, aus der Quelle ſelbſt, dem Wort Gottes, entnommen werden. Für die Philoſophie der Geſchichte kann alſo kein anderer Boden gefunden werden, als der bibliſche Realismus; und der erſte, welcher dieſen Boden betreten, zum Teil ſelbſt geſchaffen hat, iſt der Apoſtel Paulus. ³)
Im Gegenſatz zu der ihn umgebenden antiken Welt lehrt er, daß die Menſchen nicht erdgeborene, eigen gewachſene Weſen ſind, welche ſo verſchieden von einander ſind wie die verſchiedenen Land⸗ ſtriche und Länder, ſondern daß ſie von Gott gemacht aus Einem Blute ſind und göttlichen Geſchlechts; im Gegenſatz zu ſeinen
ergl. dazu Kaftan, die Wahrheit ꝛc. S. 436 ff. . O. S. 376.
1) V 2) a. a ³) Apg. 17, 22 ff.; vergl. auch Rocholl S. 21 ff.


