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Gezimmer und den Aufbau der tragiſchen Bühne zeigt, trägt bis zur vergleichenden Sprach⸗ und Religionskunde hinauf jede der Forſchungen ihre Ergebniſſe als Werkſtücke für den Aufbau der Geſchichtsphiloſophie herbei. Denn ſie hat die leiblichen wie geiſtigen Organe der Menſchheit auf ihre Beſtimmung hin zu deuten.“ Das wäre m. E. keine Wiſſenſchaft mehr, ſondern eine Wiſſens⸗ anhäufung de omnibus et quibusdam aliis.
Wie die Bezeichnung Kulturgeſchichte, ſo ſcheint auch die Bezeichnung Philoſophie der Geſchichte ein Danaergeſchenk geweſen zu ſein, welches Voltaire der Geſchichtswiſſenſchaft in ſeiner geiſt⸗ reichen Weiſe überreicht hat. Alle Bearbeiter der Geſchichtsphiloſophie ſcheinen vergeſſen zu haben, daß es ſich nur um eine Philoſophie über das handeln kann, was die Geſchichte bietet, denn ſie heißt ja Philoſophie der Geſchichte.
Das Objekt der Unterſuchung bietet doch die Geſchichte, jene kann doch nicht weiter gehen als ihr Objekt reicht; will ſie doch auf dem beharren, was ſie ſeither gethan hat, ſo wird die Geſchichts⸗ wiſſenſchaft jeden Zuſammenhang mit ihr prinzipiell und unaus⸗ geſetzt leugnen müſſen. Es iſt oben der Begriff der Geſchichte definiert worden; was die Geſchichte demnach liefert iſt das Objekt der Geſchichtsphiloſophie. Die Philoſophie hat es zu thun mit der Aufſuchung der Gründe und Zuſammenhänge der Dinge.
Die Philoſophie der Geſchichte wäre zunächſt alſo die Wiſſenſchaft, bezw. Disziplin von den Gründen und Zuſammenhängen der Dinge, welche im Bereich der Geſchichts⸗ wiſſenſchaft liegen, bezw. von dieſer feſtgeſtellt ſind. Von der künſtleriſchen Seite iſt hier abgeſehen worden, weil die künſtleriſche Form der Geſchichtſchreibung, ſowie die gebotene Wertbeurteilung die Philoſophie der Geſchichte nicht beſtimmen dürfen; einer ſolchen Präjudizierung würde ſich die Geſchichtsphiloſophie nicht unter⸗ werfen können.
Sachlich würde ſich der Geſchichtsphiloſoph von dem Hiſtoriker danach vor allem in zwei Punkten unterſcheiden: Während der Hiſtoriker in erſter Linie es mit der Quellenkritik und der Feſt⸗ ſtellung der Thatſachen zu thun hat, wird der Geſchichtsphiloſoph es in erſter Linie mit der Aufſuchung der Gründe und Zuſammenhänge


