von der Anſicht aus, daß die Geſchichte der drei Weſenheiten, welche das von Gott geſchaffene Univerſum bilden, die Weltgeſchichte ſei: Geiſt, Natur und ihre Syntheſe, der Menſch, ſind dieſe drei Weſenheiten. Die Natur gehört in die Naturgeſchichte, der Menſch ſei der Gegenſtand der Weltgeſchichte im engeren Sinn. Bei der Menſchheit wie bei den reinen Geiſtern handle es ſich vor allem, ſo verſchieden ihre Geſchichte auch ſei, um etwas, was beiden gemein⸗ ſam ſei. Das„iſt die Feuerprobe der Freiheit des Wahlvermögens mittelſt Entſcheidung der Wahl. Iſt aber einmal das Los geworfen, ſo bleibt es, wo es gefallen, und der Akt in der Zeit wird zum Markſtein in der Ewigkeit. Wo kein Geſchlecht, da iſt keine Gattung; wo keine Gattung, da iſt keine Geſchichte in ihren Zeiten, ſind keine Zeiten in der Geſchichte, folglich kein Wechſelverkehr zwiſchen den Zeiten und ihren Repräſentanten.“ ¹) Die Geſchichtswiſſenſchaft ſoll nach ſeiner Anſicht²)„die Ermittlerin ihrer ſelbſt als Offen⸗ barung des Geiſtes und der Natur, als der Entwicklung des menſchlichen Weſens im einzelnen wie im ganzen ſein, aber ledig⸗ lich in der Vorausſetzung, daß der Menſch nur eine Geſchichte hat, weil ſein Geiſt mit der Natur zu einer organiſchen Einheit ver⸗ bunden iſt, der alſo bei der Ermittlung ihrer Geſetze nicht aus dem Spiele bleiben darf, wenn er auch die harte Forderung an ſie macht, daß ſie wie ein Ziel und Ende, ſo auch einen Anfang haben ulüſſe. Wem nun verdankt die Geſchichte beides und zugleich, daß ſie mehr als Märchen und Sage und hiermit zum zweiten Objekte neben der Natur für den forſchenden Geiſt geworden iſt, wenn nicht jenem großen Propheten Israels, der ein Werkzeug in der Hand der Vorſehung war, um die reine Gottes⸗ und Weltkennt⸗ nis als Theſis wenigſtens bis auf den Tag zu bewahren, an welchem der zweite Adam als Erwartung der Völker das Zeugnis ſeines Propheten über den erſten Adam durch ſein Zeugnis in Wort und That beſtätigte und ſo zum Anfange auch das Ende aller Geſchichte hinzufügte“. Wenn auch der Menſch als Vernunftweſen
Vorſchule zur ſpekulativen Theologie des poſitiven Chriſtentums. I. Abt. Die Creationstheorie, II. Abt. Die Inkarnationstheorie. 2. Aufl. 1846 u. 48. 1) Günther, Vorſchule II. S. 130 f. ²) Daſelbſt S. XXI.


