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als mißlungen bezeichnet werden muß, erklärt er S. 3:„Wir müſſen erſt einen Gott aufſuchen, ehe wir eine Welt finden oder verſtehen können“; und indem er von Descartes' bekanntem Satz ausgeht, zeigt er S. 12 ff., daß und wie unſre Vernunft immer zurückgeht auf die Begriffe„des Weſentlichen, des Unbedingten und des Vollkommenen“; dieſe Thatſache beweiſt aber auch die Exiſtenz derſelben.
Weiter(S. 51) ſetzt er dann auseinander, der Begriff Leben ſetze eine anhaltende Wechſelwirkung widerſtrebender Kräfte voraus; die Natur haſſe auch das Gleichgewicht und wo es ſich ſetzen wolle, wirke ſie dagegen, um es zu zerſtören. Das trifft wieder durchaus mit den Geſetzen der Entartung bezw. Vervollkommnung zuſammen, welche die Biologie neuerdings aufgeſtellt hat.
Aus jener Gegenwirkung der Natur entſteht nun nach Vogt das Übel, die Ungerechtigkeit; deshalb folgert er:„Leben und Übel ſind alſo unzertrennlich, und wo ſich im Weltall Lebenskraft äußert, äußert ſich auch Ungerechtigkeit. Ohne die ganze Welt in eine Gottheit zu verwandeln oder ſie zu vernichten, wäre es Gott ſelbſt nicht möglich das Übel daraus zu verbannen“. Wenn dieſe Er— klärung auch nicht tief genug geht, ſo iſt doch das Thatſächliche damit nicht übel bezeichnet. Er folgert dann auch S. 55:„Die Regierung Gottes beſteht alſo in einer beſtändigen Zurechtſtellung und Wiederherſtellung der Weſen zum Gleichgewicht“. Nachdem er S. 63 dann die Geſchichte in Kindes-, Jugend⸗ und Mannes⸗ Zeitalter, bezw. tieriſches, humanes und göttliches geſchieden hat, folgen ſeine, wie bemerkt, formloſen Ausführungen, die allerdings manche treffenden Bemerkungen im Einzelnen enthalten. Zum Schluß glaubt er gezeigt zu haben, daß die Weltgeſchichte, wenn ſie nicht die lächerlichſte und abſcheulichſte Farce werden ſoll, einen Gott oder eine Vernunft vorausſetzen müſſe und ſonach auch zur Ge⸗ rechtigkeit und ewiger Vernunft wieder hinführe.—
Durchaus auf der Grundlage des Theismus iſt die Philoſophie Günthers aufgebaut.¹) Günther geht in ſeiner Geſchichtsphiloſophie
¹) Vergl. Th. Weber, A. Günther bei Erſch und Gruber, A. Knodt, A. Günther in Unſre Zeit, 10. Heft 1857; von Demſelben: Allgemeine Deutſche Biographie 1879; ſowie von Günthers Schriften insbeſondere:


