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ſich um ihre eigne Axe dreht;„die Ideen des Tags dagegen durchlaufen Planetenbahnen, deren Umlaufszeiten hinſichtlich der Geſchwindigkeit ſich im umgekehrten Verhältnis zu dem Abſtande vom ſittlichen Glück befinden“. In ſeiner weiteren Betrachtung nennt er den Niederſchlag der alten Ideen die„toten Kräfte“, welche ſich dem Eindringen der neuen Ideen, der„lebendigen Kräfte“ widerſetzen. Auf dieſem Widerſtreit beruht nach ſeiner Meinung weſentlich die Umformung der Geſellſchaft. ¹)
Durchaus original iſt Göthes Meinung:„Das eigentlich einzige und tiefſte Thema der Welt⸗ und Menſchengeſchichte, dem alle übrigen untergeordnet ſind, bleibt der Konflikt des Unglaubens und des Glaubens.“
Unter den Idealphiloſophen hat Hegel das weſentlichſte Verdienſt ſich dadurch erworben, daß er dem Staate in der Geſchichts⸗ betrachtung die entſcheidende Stellung anweiſt. ²) Weſentlich unter dem Einfluß des deutſchen Idealismus ſtehen Couſin, Michelet, Quinet, Laurent ³), nach deſſen Meinung der Inhalt der Geſchichte gebildet wird durch den Widerſtreit des göttlichen und menſchlichen Willens; in der Geſchichte gilt es Gottes Ehre zu zeigen, denn jede geſchichtliche That iſt das gemeinſame Werk Gottes und des Menſchen.
Ehe zur neueſten Periode der Geſchichtsphiloſophie über⸗ gegangen wird, ſind noch zwei Arbeiter zu erwähnen, die Rocholl nicht genannt hat; ich meine Nikolaus Vogt¹) und den Philoſophen Günther, der letztere bleibt auch bei Wegele ganz ungenannt. Frei⸗ lich muß daran erinnert werden, daß er in der Vorrede ſelbſt ſagt, daß er bei der Philoſophie der Geſchichte ſich„am liebſten an
¹) Vergl. Rocholl a. a. O. S. 76 ff., v. Wegele a. a. O. S. 855 f.
2) Ueber das Weitere über ihn und ſeine Anhänger, ſowie auch Bunſen zu vergl. Rocholl.
3) Vergl. außer Rocholl auch J. B. Meyer, Hiſtoriſche Zeitſchrift Band 25, S. 316 ff.
4) v. Wegele nennt ihn zwar unter den romantiſchen Geſchicht⸗ ſchreibern und verurteilt ihn, S. 988. Aufgrund welcher Werke er das Verdikt über ihn verhängt, geht aus der Stelle nicht hervor, jedenfalls nennt er ihn weder bei den Univerſalhiſtorikern mit ſeinem„Syſtem der Weltgeſchichte“ 1785, noch bei den Geſchichtsphiloſophen.


