Aufsatz 
Zur Geschichte der Anstalt / K. Fischer
Entstehung
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Der Lektionsplan beſtimmte im Einzelnen folgendes:

Montag, Dienſtag, Donnerſtag, Freitag, Mittwoch, Samſtag. III. Klaſſe.

89 Religion, Corr. und Ausarbeitung, 89 Geographie. 89 Religion ꝛc. 9 10 Deutſch, Nach der Predigt 910 Latein, 1011 Latein, bis 11 Corr. u. Aus⸗ 10 11 Geographie.

12 Latein, arbeitung.

23 Deutſch und Rechenkunſt.

II. Klaſſe.

89 wie III. 89 Geographie. 89 Latein,

9 10 Griechiſch, Nach der Predigt 910 Univerſ.⸗Geſch. 1011 Latein, bis 11 Univerſ. 1011 Geographie. 12 Latein, Geſchichte.

23 wie III. wöchentlich einmal wird ein lat. Exerc. gemacht.

I. Klaſſe.

8 9 2mal wie III., 2mal Univerſ.⸗Geſchichte, 8 9 Geographie u. Na⸗ 89 Griechiſch, 9 10 Griechiſch,. tional⸗Geſch. ſonſt 910 Geographie und 1011 Latein, wie II. Nat.⸗Geſchichte, 12 Latein, 1011 Univerſ.⸗Geſch. 2 3 ½ St. Griech., ½ St. abwechſelnd Geometrie, Globus und Rechenkunſt.

Die wöchentliche Stundenzahl beträgt alſo ca. 25; die 1. Klaſſe hat gar kein Deutſch. Unter 4 Stunden Religion wird nicht heruntergegangen; mit 13 Stunden Latein wird begonnen, welchen 4 ½ Stunden Deutſch gegenüberſtehen; die 2. Klaſſe hat 9 Stunden, die 1. 8 Stunden Latein. Griechiſch wird in der 2. Klaſſe mit 4 Stunden begonnen und in der 1. mit 5 ½ Stunden fortgeſetzt. Die philo⸗ ſophiſchen Disciplinen ſind ganz, die mathematiſchen ſo gut wie ganz vom Lehrplan verſchwunden.

Der Unterricht im Franzöſiſchen, deſſen Einführung ſchon vor länger als 2 Jahrhunderten beantragt war, wird zuerſt planmäßig erwähnt im Oktober 1793, da er Anlaß zu neuen Beſchwerden wegen Mangels an Brennholz gegeben hatte, ſodaß ſeinetwegen mehrere andere Stunden hatten ausgeſetzt werden müſſen. In den Sommer 1794 fällt eine bemerkenswerte Bereicherung der Lehrmittel. Auf Antrag des Konſiſtoriums wurden Schränke zur Verfügung geſtellt, um die Doubletten des Mineralien⸗ Kabinets eines Bergrats, welcher dieſelben zur Verfügung geſtellt hatte, geordnet unterzubringen. In der Begründung ſagt die genannte Behörde.Ohne Bekanntſchaft mit Ihr(der Mineralogie) oder ohne Anwendung der Kunde, die ſie gewährt, bleibt der Menſch oder ein Volk im rohen Natur Stande, ohne Kultur, lebt höchſt ärmlich in Ueberfluß und erhebt ſich nicht über andere. Mit ihr ſteigt eine Nation empor, benutzt ihre Produkte, gibt tauſende der nützlichſten Beſchäftigungen, gewinnt Reichtümer, freuet ſich im Genuß der Annehmlichkeiten des Lebens, knüpft ſich an Andere vorteilhaft an und wird groß und an⸗ ſehnlich. Namentlich ſei ſie ein würdiger Gegenſtand des Jugendunterrichts in einem Staate der Bergbau treibe. Die Klagen der Lehrer, insbeſondere des Magiſters Trepka dauern fort. Um dem letzeren wenig⸗ ſtens eine kleine Aufbeſſerung ſeines Einkommens zuzuwenden, hatte der Rektor Prof. Römer beantragt, ihm wie den andern Lehrern 30 Kr. Quartalſchulgeld zu gewähren, und meinte in der Begründung: Dem ſehr fleißigen und geſchickten Magiſter Trepka macht gewiß ein Schüler vierteljährlich ebenſo viel Arbeit und Plage, als ein erwachſener guter Schüler ſeinen Lehrern Freude macht.Dem Konrektor wurde endlich eine Zulage von 50 fl. gewährt. Einen Pedellen hatte die Schule nicht, ſondern eineKale⸗ faktorin zum Reinigen, Holz hauen und Heizen, welche ſeit 1784 von jedem Schüler jährlich 12 Kr. erhielt. Für die als arm angemeldeten Schüler zahlte die Armenkaſſe. Durch Kriegsnot und Arbeits⸗ loſigkeit war aber 1796 dieſe Kaſſe ſo in Anſpruch genommen, daß ſie jenen Betrag nicht zahlen konnte. Deshalb, und da überdies die franz. Stunden die Arbeit gemehrt hatten, erbat und erhielt ſie, zunächſt