Aufsatz 
Zur Geschichte der Anstalt / K. Fischer
Entstehung
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ihnen jährlich 6 Malter Korn gegeben werden. Ferner ſollendiejenigen, ſo etwas Vermögens ſind, für einen jeden Knaben jährlich ½ Malter Korn oder ſonſt etwas, zur gemeinen Unterhaltung zuſchießen.

Inzwiſchen war zur Erweiterung und Verbeſſerung der Schule Manches geſchehen.

Bereits 1559 wurde in Synodo Dillenburgensi vorgeſchlagen, daß ein 3. Lehrer angeſtellt und der 2. im Gehalt aufgebeſſert werde. Wann dieſer Beſchluß zur Ausführung gekommen iſt, läßt ſich nicht ganz genau beſtimmen. Soviel ich ſehe, iſt ein 3. Lehrer zum 1. Mal nachweisbar 1587. Da ein Schreiben aus dem Jahre 1586 vorliegt, in welchem auf das Gerücht hin, daß in D. ein 3. Lehrer an⸗ geſtellt werden ſollte, ein ſolcher empfohlen wird, ſo wird die Begründung der Stelle in das Jahr 1587, und zwar in den Anfang des Jahres zu verlegen ſein. Der erſte, welcher vor 3 Jahrhunderten dieſe Stelle bekleidete, iſt Mathias Fleisbach, der freilich ein übles Ende genommen hat. Als 2. Geiſtlicher und Lehrer in Frickhofen wurde er 1595 ſeines Dienſtes entſetzt und Landes verwieſen. Das Einkommen des 3. Lehrers war vom Grafen auf die Gefälle der Dillenburger Glöcknerei angewieſen; der Glöckner behielt nur die gewöhnlichen Haus⸗- und Läutebrode. Das Einkommen der Stelle beſtand ſeit 1587 aus folgendem: Aus der Rentei 2 fl., von der Uhr zu ſtellen 3 fl, aus dem Kirchenkaſten 9 fl, aus jedem Hauſe im Thal 12 Heller= 6 fl. 6 Alb., von jedem Hauſe im Kirchſpiel 1 Meſte Hafer, von der Kapelle Ibach 8 fl., Summa 50 fl. Aus dem Auguſt 1566 wird berichtet, daß der Superintendent Bernhardi in Betreff der Schulen vorſchlug, die Lehrer nicht auf fremde Empfehlungen anzunehmen, ſondern nachgenugſamem Examen und Verhör;Examinatoren aber ſollten ſein Joh. Bidenkap(der oben ge⸗ nannte Rektor) und andere, die in Exercitiis ſcholaſticis und der Grammatika geübt, neben den Superin⸗ tendenten und im Beiſein der Räte. Alle Vierteljahr ſoll eine Viſitation ſein und die Geiſtlichen jede Woche in die Schule gehen können.

Michaelis 1576 wurde Balthaſar Pfeil Rektor, zog aber nach der Kämmerei⸗Rechnung ſchon im Dezember d. J. wieder ab. Sein Nachfolger wurde 1577 Johannes Nobis, welcher für 1573 als Unter⸗ Schulmeiſter genannt wird, mit einem Gehalt von 80 fl.

Zwei bedeutſame Urkunden für die Geſchichte der Schule ſind aus dem Jahre 1581 vorhanden. Die eine iſt der Originalbericht über eine Viſitation der Schule am 2. Mai 1581, an demſelben Tage verfaßt. Der Rat O. v. Grünradt und der Geiſtliche Eoban Noviomagus nahmen die Prüfung vor, um zu exploriren, was die Schüler in ihren Studiis profitiert, und darauf ein ferner Nachdenken zu haben, wie dieſelbige Schul zu verbeſſern.

Der eingehende Lektionsplan, welcher von dem obengenannten Oberſchulmeiſter Joh. Nobiſius aufgeſtellt und vor der Reviſion der Kommiſſion überreicht, von dieſer aber ihrem Bericht beigelegt war, iſt leider verloren. Aus dem mündlichen Bericht, welcher von den genannten gegeben wurde, geht hervor, daß in I. classisdie Jungen den großen, lateiniſchen Wittenbergiſchen Katechismum vier oder fünf Mal zum Ende vorleſen; und dieweil derſelbige Katechismus auch deutſch gemacht, ſo werden die Jungen ange halten, daß ſie denſelbigen gegen den lateiniſchen Katechismum konferiren und ſo viel deſto beſſer exponiren und verſtehen lernen. Wenn er memoriert iſt, ſollder Textus ferner deklariert werden u. ſ. w.

Es wird auch alle Morgen ein Kapitel aus der Bibel, ſonderlich ex libris didacticis zu den Schülern geleſen. Die Iſagoge P. Palladii in libros propheticos et apticos wird vorgeleſen, damit ſie in die heil. Schrift geführt werden. Die in der Kirche gemachten Predigtnotizen werden in der Schule abgefragt.

Darauf dann die Primarii zugleich(deren in Anzahl 15 geweſen) im exercitio pietatis examinirt und verhört wurden, darin ſie ziemlichen Bericht machen.

Ferner iſt vom Schulmeiſter(Rektor) angezeigt, daß dieſen primariis Grammatica latina und graeca und zu beſſerer Erklärung und Uebung derſelbigen dieſe autores: Terentii, Ciceronis sententiae, Vergilius und Sonnabends die Evangelia graeca vorgeleſen werden. Sind darauf gleichfalls in Grammatica latina und graeca examiniert worden, wie denn auch in erotematis dialecticis u. rheto- ricis. Darin ſie gleichfalls wohl beſtanden. Nachdem ſie darauf durch den Rath v. Grünradt unter Belobung ihres Fleißeszu fernerem Fleiß in studiis vermahnt ſind worden, wurden ſie insbeſondere darauf aufmerkſam gemacht, ſich an einelaute, langſame und bedächtige pronuntiation zu gewöhnen.

Ueber die II. classis, die Secundarii, 6 an der Zahl, wird berichtet, daß ſie mit Katechismus, Bibellektüre, Predigtexamen faſt einerlei Exercitien mit den Primariis hatten, ſonderlich daß ſie den deutſchen Wittenberger Katechismus ſtudierten. Sonſten wurde ihnen lat. Gramat. Philippi, fabulae Aesopi,