Aufsatz 
Natur und Dichtung in der Schule / vom Oberlehrer [d.i. Friedrich August Finger ]
Entstehung
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in welcher Weiſe beim naturgeſchichtlichen Unterrichte Be⸗ ziehung auf Dichtung genommen werden kann.

Wenn im vorbereitenden, im ſogenannten Anſchauungs⸗ unterrichte, der Lehrer im erſten Frühjahre Schlüſſelblumen mitbringt und unter die Kinder vertheilt, ſo weiß und äußert manches von dieſen, das Blümchen heiße auchHimmels⸗ ſchlüſſelchen, weil es den Frühling aufſchließe. Solche kind⸗ liche Aeußerungen läßt man gelten. Ein anderer Schüler ſagt, die Blume ſeiſchön, oderſie rieche gut. Auch dies wird nicht zurückgewieſen. Dann aber wird von ſolch Allgemeinem weg der Blick auf Einzelnes gerichtet. Zu An⸗ fang findet noch keine beſtimmte Ordnung der Beſchreibung ſtatt; man fragt die Kinder, was ſie all ſehen(bemerken); man hilft, ordnet, Alles ſo viel wie möglich mit Heranziehung der Thätigkeit der Kinder ſelbſt, und das Ergebniß iſt eine auf eigene Anſchauung gegründete, für die Kinder möglichſt vollſtändige Kenntniß dieſer Pflanze. Wo ſie wachſe, wird nun gefragt. Das können die Schüler zum Theil ſelbſt beantworten. Ebenſo die Frage, was man damit mache. Und nachdem all dies fertig und die Blume ſomit den Kindern zum Eigen⸗ thum geworden iſt, mag dann auch noch ein Verschen, in welchem ſie vorkommt, geſagt werden. Nicht aber das Verschen zu Anfang, denn ſonſt würde die Reinheit der Betrachtung, auf die es hauptſächlich ankommt, getrübt.

Es wird ein ausgeſtopfter Rabe(etwa die Rabenkrähe, Corvus corone) gezeigt. Die Kinder kennen, wollen wir hoffen, alle das Hey'ſcheWas iſt das für ein Bettel⸗ mann? Sie erinnern daran, man läßt ihnen dieſe Freude. Dann wird von dieſem Gedichtchen weg die Aufmerkſamkeit auf den Vogel ſelbſt gelenkt, und erſt dann, nachdem die ganze Beſchreibung und die Erzählung von der Lebensart