Aufsatz 
Natur und Dichtung in der Schule / vom Oberlehrer [d.i. Friedrich August Finger ]
Entstehung
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thümlichkeit gemäß in Sprichwort oder Dichtung gefunden haben und wie und warum.

Nicht zugeſtehen wird dies der bloße Nützlichkeitsmenſch, oder derjenige, der einſeitig, um ein heute viel gehörtes Wort zu gebrauchen, den Unterricht vom Standpunkte der Volks⸗ wirthſchaft aus geführt ſehen will; aber mit dieſem rechten wir hier nicht; wir wiederholen ihm nur:Der Menſch lebt nicht vom Brot allein. Kaum zugeſtehen wird es vielleicht der Syſtematiker. Er ſteht allerdings, wenn er bloß Syſtematiker iſt, mit uns nicht auf demſelben Stand⸗ punkte. Auch wir wollen ein Gebäude errichten; Hauptſache iſt uns aber für unſere Schüler nicht bloß das Gebäude ſelbſt, ſondern ebenſo ſehr die Thätigkeit des Aufbauens. Uebrigens wollen wir ihm doch hier Einiges aus Endlichers Enchiridion botanicum anführen. Beim Mohn(S. 445) heißt es(ich gebe den Sinn des lateiniſchen Textes in unſerer Sprache wieder):Zu einem herrlichen Bilde benutzt ihn der Sänger Ilions, indem er mit ihm das unter dem Gewichte des Helmes ſich neigende Haupt des an der Bruſt verwundeten Gorgythion vergleicht. Und dabei ſind die betreffenden Homeriſchen Verſe(II. VIII. 306) abgedruckt. Dann heißt es:Daß er im Garten eines Königspalaſtes gezogen worden ſei, erwähnen ſchon die alten Gedichte der Römer von Tarquinius Superbus. Verglichen kann werden, was beim Oelbaum(S. 287), beim Weinſtock (S. 396), bei der Lotosblume(S. 462, 465) dort geſagt iſt. Wenn nun dieſer ernſte, ſtreng wiſſenſchaftliche Syſte⸗ matiker ſich die Anführung ſolcher Beziehungen auf Dichtung geſtattet, ſo dürfen wir uns nicht ſcheuen, es auch zu thun. Und wir haben dazu noch weit mehr Grund und Veranlaſ⸗ ſung als er.

Ich will nun an einigen Beiſpielen zu zeigen ſuchen,