Aufsatz 
Natur und Dichtung in der Schule / vom Oberlehrer [d.i. Friedrich August Finger ]
Entstehung
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Unter die Beziehungen der Naturdinge gehört aber auch Das, ob ſie auf andere, und beſonders auf den Herrn der Natur, den Menſchen, günſtig oder ungünſtig einwirken, alſo ihr Nutzen oder Schaden. Auch dies wird im naturgeſchichtlichen Unterrichte in der Regel erwähnt; ja es iſt, mehr in früherer als in der jetzigen Zeit, manchmal ſo ſehr in den Vorder⸗ grund geſtellt worden, daß es den Anſchein hatte, als hätten die Naturdinge keine andere Bedeutung als die, daß man von ihnen Nahrung, Kleidung, Wohnung, Arzneimittel ge⸗ winne, ſo daß alſo, was nicht dazu diene, als Ungeziefer oder Unkraut entweder bei Seite zu laſſen oder als der Vernichtung und Ausrottung werth zu bezeichnen wäre. Nein, wir faſſen die Beziehung der Naturdinge zu dem Menſchen nicht ſo eng auf. Auch hier gilt das Wort:Der Menſch lebt nicht vom Brot allein. Was unſere Kenntniß bereichert, iſt uns ſchon darum werth. Somit iſt alſo keines der Naturweſen grundſützlich ausgeſchloſſen von unſerer Be⸗ trachtung. Ganz beſonders werth iſt uns aber, außer dem, was wirklich im engeren Sinnenützlich iſt, das, was unſer Leben verſchönert und erheitert, ſo alſo die Blumen, die unſere Gärten zieren, die Vögel, die durch Farbenpracht oder Geſang unſere Büſche und Wälder und Zimmer beleben und ſchmücken. Und verſchönert und bereichert und erheitert nicht auch die Dichtung unſer Leben? Und haben nicht auch diejenigen Naturdinge, welche Dichtern zu Schilderungen und Bildern auch Sinnbildern dienen, oder diejenigen, deren das Sprichwort ſich bemächtigt hat, gerade wegen dieſer Benutzung ihre ganz beſondere Bedeutung für uns? So kommen wir alſo, indem wir unſern Zweck, die Natur kennen zu lehren, feſt im Auge behalten, ganz folgerecht darauf, bei Naturweſen zu fragen, welche Anwendung ſie ihrer Eigen⸗