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wir zu den Ergebniſſen der bisherigen Erörterung nur noch die aus dem allgemeinen Geſetz einer kunſtmäßigen Schilderung, entſpringende Forderung, daß die Vorſtellung des Zuhörers möglichſt bei dem geſchilderten Gegenſtand feſtgehalten und nicht durch Einführung anderer Subjekte abgelenkt werde, ſo wird kein leitender Geſichtspunkt mehr fehlen.
Doch ehe wir nun nach dieſen gewonnenen Geſichtspunkten ſelbſt zur Herſtellung der ſchad⸗ haften Verſe uns wenden, wird noch ein Blick auf die bemerkenswertheſten der bisherigen Auffaſſungs⸗ und Herſtellungsweiſen der Stelle zu werfen ſein. Am bekannteſten ſind die G. Hermann's und Böckh's. Sie ſtimmen darin überein, daß ſie die überlieferten Worte dv— IIoxvyetang als rich⸗ tig gelten laſſen, demgemäß Polyneikes als Subjekt des auapäſtiſchen Syſtems und als die unter dem Bilde des Adlers zu denkende Perſönlichkeit auffaſſen. Um nun für das Relativ ö das feh⸗ lende regens zu erhalten, will Hermann vor önepémra etwa.‿.ꝓ⁵ε☚έεας, Böckh vor ö6 ℳo6⁴εονν etwa d.eνόρꝛ¶˖ Sιeςροο ergänzen. Das dichteriſche Bild, das wir ſo bekommen, iſt Polyneikes als kreiſchender Adler hoch in der Luft ſchwebend und dabei ein Heer führend, welches auf dem Erdboden einherzieht. Finden wir nns vorläufig in dieſes etwas bedenkliche Bild und erwarten, daß es ſeinen befriedigenden Abſchluß erhalten werde, ſo bricht es ſtatt deſſen zugleich mit dem Ende des Syſtems ſchroff ab, und wir ſollen nun das die Gegenſtrophe beginnende c„ας dé, das allen Forderungen der Grammatik nach an das zunächſt vorhergegangene Subjekt ſich anlehnen müßte, ſtatt deſſen über das ganze voranſtehende anapäſtiſche Syſtem hinaus auf ein in erſter Strophe ſtehendes und nicht einmal, wie es wenigſtens ſollte, als Subjekt da ſtehendes Wort Aernaoσανν ꝓa zurückbeziehen. Das iſt ſprachliche Gewaltſamkeit; und ſachlich haben wir nun ein Heer, neben dem der Führer auf einmal verſchwunden iſt, und bei dem wir ungewiß ſind, ob wir es, wie Böckh will, als den Theben umſchnürenden Drachen, oder wie Hermann will, als im Kampf mit dem thebiſchen Drachen denken ſollen. Wir ſehen, dieſe Auffaſſung der Stelle führt zu ſachlichen und ſprachlichen Unzukömmlich⸗ keiten, die wir mit dem Kunſtſtil des Sophokles nicht verträglich finden dürfen. Außer A. Jacob, der ſich Böckh anſchließt, hat daher auch keiner der neuſten Herausgeber vollſtändig dieſen Weg be⸗ treten. Theilweis thut es der neuſte Herſtellungsverſuch Martins, dem G. Wolff einſtweilen gefolgt iſt. Er ſchreibt: 3„ Sc; ᷣreαᷣ IIolvvebeng— d Sels veεανενν ες νμνν⁴eω— Gεν *⁸& ν09 5' 686 AdG— alerde s fiy öregexrn. Auch dieß kann nicht befriedigen: denn von Anderem abgeſehen, was ſich aus dem Nachfolgenden ergeben wird, trägt, wie mich bedünken will, die vorgenommene Ergänzung 1) zu ſehr den Charakter der Proſa, 2) ſtellt ſie das den nach⸗ folgenden Hauptſatz beginnende zer*ς de, das ſeinen Gegenſatz am Subjekt des vorhergehenden Hauptſatzes haben müßte, in ein ſchiefes gegenſätzliches Verhältniß zum Subjekt des untergeordneten Relativſatzes, um von dieſem unzweckmäßig ablenkenden Nebenſubjekt, wenn auch mit Zwang, wieder zum Hauptſubjekt zurückzukehren.
Sehen wir denn, ob nach den oben gefundenen Geſichtspunkten nicht beſſere Abhilfe für die Stelle möglich iſt. 1
Die erſte Forderung, welche ſich aus obiger Erörterung ergab, war, von der metriſchen Ent⸗ ſprechung und der Belaſſung der lyriſch gefärbten Sprachformen in dieſen Anapäſten abgeſehen, die, daß der gegenſeitige Bezug der beiden Participien d„Seis(V. 111) und grτ‿eςα d(B. 117), den


