Aufsatz 
Textberichtigungen zur Antigone des Sophokles / von Heinrich Feußner
Entstehung
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Metrum, daß ſie kurz in zwei Silben zuſammengedrängt war. Sie mußte alſo dem Sprachgepräge an unſerer und der ihr metriſch entſprechenden Stelle V. 178 181 gemäß eine elliptiſche Form haben, worin nur der weſentlichſte Kern der Frage bezeichnet, das Andere dem Hörer aus dem Zu⸗ ſammenhang zu ergänzen überlaſſen war, gerade wie bei den Fragen àr ody; Tr; 0bro⁹; Der Kern des Exiſtentialſatzes: Iſt etwas da? liegt in dem: iſt da? griech. Forez der Kern des Relativſatzes:worauf oder wo ich mich ſetzen kann? in dem worauf oder wo, griech. entweder sc ob oder ob oder 3 0v. Da die Frage nur zwei Silben umfaſſen darf, ſo muß od das vom Dichter Geſchriebene, und die ganze Frage 20 8' o5; geweſen ſein. Sie lehnt ſich an die V. 193 vorausgegangenen Worte*αeλ νe und erhält durch ſie ihre Ergänzung: 208 o5 rr6˙d⁴ Alyc;Iſt etwas(ein Platz, ein Gegenſtand) da, worauf ich mich ſetzen ſoll?

Die Worte 0§'j ob; ergeben ſich alſo mit innerer Nothwendigkeit aus dem ſachlichen und ſprachlichen Zuſammenhang in unſerer Stelle, wenn man die voran⸗ und nachſtehenden Sprach⸗ glieder nur ſcharf nach ihrem wirklichen Sinn auffaßt. Sie gehen nicht aus einem zufälligen Licht⸗ blick einer genialen oder divinatoriſchen Eingebung hervor, ſondern ſind die nothwendige Forderung eines ſtreng mit logiſcher Schärfe und Folgerichtigkeit vorgehenden Denkens. Sie entſprechen aber nicht allein dem Sinn, ſondern erfüllen auch jede Forderung der Sprache; denn ſie enthalten eine dem beſten griechiſchen Sprachgebrauch geläufige Ausdrucksweiſe, ſie haben ganz die knappe gedrungene Form, die der Dichter dem Geſpräch an dieſer Stelle gegeben hat; ſie lehnen ſich im Einklang mit der erſten Frage oöros; im vorhergehenden Vers, ganz wie der Grieche im fortſchreitenden Geſpräch ſeine Fragen zu bilden liebt, an den vorausgegangenen Hauptbegriff*?dαᷣ xνiens an, ihn als Ergänzung in Gedanken in ſich aufnehmend; und endlich treten ſie, ohne daß dieß gefliſſentlich geſucht worden iſt, in ihren Schriftzügen ſo nahe an die entſtellten Lesarten heran, daß ſich leicht erklärt, wie ſie in der Art verleſen und verſchrieben werden konnten. Irre ich daher nicht, ſo bleibt kein Zweifel übrig, daß die Worte wirklich das ſind, was Sophokles an dieſer Stelle ſchrieb, und es lautete dieſelbe im Zuſammenhang alſo:

XG6g9o. Chor. aνντον, unxsre Toον ‿ναπσάνεοωι Da! über den Felsabſatz nicht hinaus Biεεαασρσοο ο ˙οεα αeλ⁶νυνς Beug nieder den Fuß zum Sitzen.

Oidiwxοvs. Oedipus 05; Grad ſo? . XGSPOS. Chor. d*, Gs dxouee. Grad g'uug, wie du hörſt. Oidiovg. Oedipus. 0 S'0d; Läßt ſitzen ſich wo? XSpos. o r.

Xe⁹εοας Ʒεᷣσι drοοw Ja, quer Adov Spaxde oldoα. Auf die Kante da, tief geſenkt.

Ich reihe an die eben behandelte nun zuletzt noch eine Stelle aus dem König Oedipus, um die Nachweiſung noch etwas zu vervollſtändigen, daß in der Regel nur ein doppelter Mangel, näm⸗ lich theils eine nicht hinreichend ſcharfe Auffaſſung der in den Sprachgliedern, welche einer verderbten

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