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und dergl. in Gedanken zu ergänzen; das folgende neere— éko iſt nur, wie es die griechiſche Sprache liebt, das verſtärkende negative Gegenglied zu abroö und drückt wie dieſes die Frage wo? nicht wohin? aus.— Nachdem Oedipus nun in den eben beſprochenen Worten von Seiten des Chors die beſtimmte Aufforderung erhalten hat, da, wo er gerade ſtehe, ſich zu ſetzen, er aber als Blinder weder in ſeinem bisherigen Gang über ebenen Boden, noch durch Berührung ſeitwärts eines Gegenſtandes gewahr worden iſt, der zum Sitzen dienen könne; ſo muß ihn das befremden und auf die Meinung bringen, daß der Chor ſein aœ‿‿τoö nicht ganz ſtreng verſtehe. Er fragt des⸗ halb elliptiſch obros(Sc. 6˙α¶m2Q⁴α⁴έυν⁶); d. i. ſoll ich ſo, wie ich gerade ſtehe, mich ſetzen und nicht noch einen oder einige Schritte vor⸗ oder ſeitwärts nach einem Gegenſtand hin thun, worauf ich mich ſetzen kann? Der Chor antwortet: genug, wie du hörſt, und nun iſt die Stelle da, wo die Frage, welche die entſtellten Worte enthalten haben müſſen, den Gedankengang fortſetzt. Kann das nun die Frage: ſoll ich mich ſetzen? die Hermann hier den Oedipus thun laſſen will, geweſen ſein? Gewiß nicht: denn darüber war Oedipus ſchon zufolge des religiöſen Brauches nicht in Zweifel, und zum Ueberfluß hatte der Chor ihn zweimal ausdrücklich darauf hingewieſen und unmittelbar eben noch geſagt, daß er an der Stelle, wo er eben ſtehe, ohne einen Schritt weiter zu thun, ſich ſetzen ſolle. Folglich erweiſt ſich dieſe Frage und die Wortformen, die ſie ausdrücken ſollen, ο86 od. 808 eben ſo ſehr von Seiten des Sinnes verwerflich, als ſie es der Formbildung nach ſind, und Hermann hätte ſich nicht beſtimmen laſſen ſollen, die letztere in Schutz zu nehmen.
Noch weniger aber kann es die Frage geweſen ſein: ſoll ich ſtehen bleiben? Denn verſteht man dieſe in dem Sinne: ſoll ich nicht weiter gehn? ſo hatte das der Chor ihm ſchon zweimal geſagt und ganz entſchieden mit ſeinen letzen Worten. Nimmt man ſie aber in dem Sinn: muthet ihr mir zu, daß ich ſtehen ſoll? ſo enthalten ſie einen der Stelle gar nicht angemeſſenen groben Vorwurf, den Oedipus dem Chor macht. Es erweiſt ſich alſo auch die Variante o*, und das dem Sinn nach gleichſtehende perf. sync. 6o τε⁶, welches A. Nauk in ſeiner neuſten Textausgabe, Berlin 1867, dafür geſetzt hat, als unſtatthaft. Die einzige der Lage entſprechende Frage, die Oedipus, nachdem ihm geſagt iſt, daß er auf dem Platze, wo er ſtehe, ohne auch einen Schritt noch weiter vor⸗oder ſeitwärts zu thun, ſich ſetzen ſolle, thun kann, iſt die, daß er fragt, ob ein Gegenſtand daſei, woraufer ſitzen könne: denn das iſt, was er als Blinder unter den gegebenen Umſtänden nicht wiſſen konnte, und was er doch zugleich wiſſen mußte, um das auszuführen, wozu er aufgefordert war. Und auf dieſe Frage paßt nun auch die Antwort, die der Chor gibt, vollſtändig, denn ſie bezeichnet dasjenige, worauf Oedipus ſich ſetzen ſoll, zugleich mit Angabe der Art, wie es ausgeführt werden muß, damit der blinde Mann vorſichtig verfahre und ſich nicht wehe thue. So ſind wir alſo in ſcharfem Anſchluß an Sach⸗ und Gedankengang zunächſt nach ihrer logiſchen Seite der Frage ſicher, die nach allen Umſtänden Oedipus allein hier thun konnte: ſie mußte den Exiſtentialſatz:„Iſt etwas da?“ und den zugehörigen Relativſatz:„worauf ich mich ſetzen kann“ enthalten, und damit iſt die Hauptbedingung zur Berichtigung der entſtellten Lesart erreicht. Die Auffindung des ſprachlichen Ausdrucks, in welchen ſte der Dichter gefaßt hat, iſt bereits ſo nahe gelegt, daß ſie bei gehöriger Beachtung des Sprach⸗ gepräges an unſerer Stelle und gehöriger Vergegenwärtigung der vom allgemein geltenden Sprach⸗ gebrauch dargebotenen Ausdrucksformen keine große Schwierigkeit machen kann. Zuerſt lehrt das


