Aufsatz 
Textberichtigungen zur Antigone des Sophokles / von Heinrich Feußner
Entstehung
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näher beſtimmend fordert, daß dieſes Wort nur aus einer langen und einer kurzen Silbe beſtehe. Am nächſten läge ein den Begriff Schlachtvieh ausdrückendes Subſtantiv. ſo daß wir in erſter Stelle bekämen: der Schlachtvieh weidende Anger, in zweiter: die Schlachtvieh wei⸗ denden Hirten. Damit wäre Allem aufs beſte abgeholfen. Aber leider läßt uns da einmal die griechiſche Sprache im Stich; es fehlt ihr ein ſolches Subſtantiv, denn ☚‿αemρον gilt nur für Opferthier, nicht für Schlachtvieh zu blos menſchlichem Gebrauch, und bietet außerdem nicht den vom Versmaß geforderten Silbenbeſtand. Wir müſſen alſo zum zweitnächſten Begriff weiter gehn und der iſt das Fleiſch, die Fleiſchkoſt, die das Schlachtvieh liefert, ſo daß die erſte Stelle lautete: der die Fleiſchkoſt liefernde Anger, die zweite: die Fleiſchkoſt liefernden Hirten. Nun benennt der Grieche, wenn er die aus Getreide bereiteten Lebensmittel den andern beſonders aus Fleiſch von Landthieren, Fiſchen und Vögeln beſtehenden entgegenſetzt, die erſtern mit orros, die letztern mit 3. Auf das letzte Wort alſo ſind wir hingewieſen und es entſpricht zunächſt der metriſch geforderten Form. Wir bekämen als urſprüngliche Lesart alſo V. 144 r dy 6*%»ον Aeu⁵αιαμνᷣ να und V. 231 Goxnpsε 6νμοωααα und im Zuſammenhang würden die Stellen lauten:

V. 1 41 1 47.

s l⁴ τι ν Sueyng vwerd So hat in der nun entſchwundenen Nacht Lue†eλμ⁴ι S⁶ςσρυσ ιαιαπινενοω ερμυας uns große Gemüthsunruhe erfaßt 6er... dͦv ακ‿εε†ρ ob dem Schmachleumund:

6*οο ‿ειμέιέν επαιρανν du habeſt, der Schlachtviehweide genaht, 6ABOό sMuvαν πτμι νμαά Neleν dort der Danaer Viehvorrath hingewürgt *relνονντν α‿οωνι σ⁸ααφ. drein fallend mit funkelndem Eiſen.

V. 229 232. εᷣεραννννοο Kein Zweifel, Tod trifft Savτα, πακρασνσννντ ερ υνκανενασσνν Den Mann, welcher mitwahnſinnigem Arme gewürgt 2eN,εα᷑νοοςνꝶ⁸έ εꝓᷣ εαν τν να οπκραας*νοοeοσ und blindwüthendem Stahle die Heerd' und Hirten des Schlachtviehs.

Dürfen wir annehmen, daß dies ſicher der Ausdruck ſei, deſſen ſich Sophokles nach dem Wortſchatz und herkömmlichen Sprachgebrauch ſeines Volks zur klaren Bezeichnung deſſen, was zu bezeichnen war, habe bedienen müſſen? Ohne Zweifel: denn erſtens war in griechiſchen Städten das Wort 61%*, ſubſtantiviſch gebraucht, der übliche Name für die amtlich beſtellte Perſon, welche den regelmäßigen Zugang von Fleiſch, Fiſchen und andern Nahrungsmitteln zur Stadt unter ihrer für⸗ ſorgenden und ordnenden Aufſicht hatte; ferner war das mit 6oy gebildete Verbum 6+οꝙνυ⁴ςειν und das ihm zugehörige Subſtantiv 6+ο ννααόόα66 üblicher Ausdruck für Heerverpflegung, wenn man die Verſorgung mit Fleiſch zunächſt im Auge hatte, während man ſonſt erngeotsewv ſagte; und endlich belehrt Sophokles ſelbſt uns durch ſeine Ausdrucksweiſe in einem andern ganz ähnlichen Fall, daß 6ο6ις ihm das für unſere Stelle gerechte Wort war, denn wenn er Phil. 1091 ſeinen Helden den Bogen, der ihm auf der öden Inſel bisher die einzige Quelle der Nahrung war, als ſeinen .νανπ οꝛ᷑,6π⁴, ſeinen Unterhaltſpender oder, je nachdem man interpungirt, als ſeine νατιιι⁴αοσσο εᷣνmeQις