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trieben habe. Es war das wohl bei Streitroſſen überhaupt nicht Sitte; gewiß aber nicht, wenn man vor dem Feind lagerte und ſtets gewärtig ſein mußte, bei einem plötzlichen feindlichen An⸗ griff der Roſſe ſchnell zu bedürfen. Andere Pferde als Streitroſſe aber waren nicht vorhanden, denn als Pack⸗ und Troßthiere dienten nicht Pferde, ſondern Maunlthiere, und ſelbſt dieſe ſcheinen nur im Lager ſelbſt gefüttert, nicht auf die Weide getrieben worden zu ſein Jl. I, 48—52; 23, 110— 112. Sophokles aber kannte ſeinen Homer und die Zuſtände und Verhältniſſe, worin ſeine Menſchen lebten, zu gut, als daß er ihm ganz ohne Zweck, ja im Widerſpruch mit ſich ſelbſt, in den beiden fraglichen Stellen dieſe Roßweide und dieſe Roßhirten angedichtet haben ſollte. Es ſpricht alſo Alles in Sprache und Sachen gegen die Lesart iweoarne Aeuuceo und Bornpes ir*ντνονeρεοσ und wir müſſen ſicher ein Textverderbniß darin annehmen.
Welches wird nun der unverderbte urſprüngliche Ausdruck des Sophokles geweſen ſein, wo⸗ mit er in der erſten Stelle V. 144 den Ort, wo das durch die Verſorgungszüge(Lenlaαιαl) zur Heerverköſtigung aufgebrachte Vieh(Aeia) ſo lange weidete, bis es nach und nach zum Schlachten ins Lager abging, und in der zweiten Stelle 231 die Hirten, die es beaufſichtigten, und was für den täglichen Fleiſchbedarf erforderlich war, zum Lager ablieferten, dem Zuſchauer und Leſer ſo klar und beſtimmt bezeichnete, wie es die künſtleriſche Oekonomie eines Drama's verlangt.
Betrachten wir darauf hin die überlieferte Lesart etwas näher, ſo bietet ſie uns an beiden Stellen ein aus einem Subſtantiv und einem Adjektiv beſtehendes Wortpaar. Die beiden Subſtantive erſcheinen nicht unpaſſend, deun ſie bezeichnen richtig, was zu bezeichnen iſt, das in erſter Stelle den Anger, das in zweiter die Hirten. Der Verdacht der Verderbniß trifft alſo allein die näher kenn⸗ zeichnenden Adjektive, ertsas in erſter, Ineoé oug in zweiter Stelle. Dieſe ſtimmen wieder darin über ein, daß beide aus einem ſubſtantiviſchen und einem verbalen Beſtandtheil zuſammengeſetzt ſind, und es fragt ſich, ob dieſe beiden Worttheile oder nur einer faſch iſt. Augenſcheinlich fällt der Hauptverdacht der Entſtellung auf den erſten, den ſubſtantiviſchen Worttheil, auf das beiden gemeinſchaftliche εακο—, da dieſer durchaus nicht das benennt, was in beiden Stellen die gegebenen Verhältniſſe forderu. Was den zweiten, den verbalen Worttheil beider Adjektive anlangt, fo iſt er in erſter Stell,„arns und ſtimmt mit dem Begriff raſend, den er einſchließt, weder zum Sub⸗ ſtantiv Xeun, in erſter, noch zum Subſtantiv gorſpes in zweiter Stelle, verfällt alſo auch entſchieden dem Verdacht der Unächtheit; dagegen ſtimmt dieſer Worttheil des Adjektivs an zweiter Stelle, wo er„ouos lautet, mit den Begriffen: weidend, oder liefernd, ſpendend, beſchaffend, welche er außer manchen andern ausdrücken kann, ſehr gut, ſo wohl zur Bezeichnung des Zwecks und der Beſtimmung des durch das Subſtantiv Aeuuch bezeichneten Weideplatzes in erſter, als zur Bezeichnung des Dienſtes der Hirten in zweiter Stelle, und iſt alſo inſoweit frei vom Verdacht der Entſtellung. So bekämen wir alſo nach Ausſcheidung des Unächten als die kihaltnrt Reſte des urſprünglichen Textes in erſter Stelle:....*Oℳ½ον Aeνννα, in der zweiten g0rngas. vohorg, und es wäre uns nur die Aufgabe geſtellt, ein einziges Wort in engem Anſchluß an r im Stück gegebenen Verhältniſſe und mit ſcharfer Beachtung des griechiſchen Sprachgebrauchs richtig zu finden, welches den Subſtantivbegriff enthält, der den erſten Worttheil des zuſammengeſetzten Adjektivs bilden muß Ein weiter Spielraum für Willkür bleibt da nicht, zumal da auch das Versmaß noch


