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zimmer und im Phyſikſaal, die durch Einzelöfen heizbar waren, unterrichtet werden. Nachdem ein kleiner Erſatzkeſſel aufgeſtellt war, konnten die ausquartierten Klaſſen am 6. Dezember wieder in ihr Heim zurückkehren. Kaum war dies geſchehen, ſo begannen die Truppeneinquartierungen. Die Turnhalle wurde Maſſenquartier, das Auswärtigenzimmer diente als Kompagniekammer, der Schulhof wurde zur Auf⸗ ſtellung von Bagagewagen und zur Abhaltung von Pferde⸗ verſteigerungen verwendet, in zwei Klaſſenzimmern wurde nachmittags für die abgehenden Unteroffiziere Unterricht er⸗ teilt, und weil in die Räume der Volksſchule eine Sanitäts⸗ abteilung eingerückt war, mußte auch noch einigen Volksſchul⸗ klaſſen Aufnahme ins Realſchulgebäude gewährt werden. Daß dieſe Begleiterſcheinungen der Demobilmachung recht empfind⸗ lich in den Schulbetrieb eingriffen, bedarf keiner Erläuterung.
Unſer Gang durch die Geſchichte der„Realſchule“ in Michelſtadt iſt beendet. Er hat gezeigt, daß in den erſten Jahrzehnten tapfer gerungen wurde um den geiſtigen Gehalt der Schule, um die Zielſetzung der Bildung im allgemeinen und der Realſchulbildung im beſonderen. Dieſes Ringen und Suchen um den Weſensgehalt der Realſchule fand ſeinen Abſchluß, als ihr das Recht zur Erteilung des Berechtigungs⸗ ſcheines zum einjährigen Militärdienſt zuerkannt wurde. Damit war die innere Entwicklung unſerer Schule zu Ende geführt, und es trat nun eine gewiſſe Erſtarrung ein. Die Realſchule war nichts Werdendes mehr, ſondern etwas Ge⸗ wordenes und Fertiges, und die Kämpfe, die noch zu beſtehen waren, galten nicht mehr ſo ſehr der Idee der Realſchule als vielmehr der Anerkennung der realen Vollanſtalten als höhere Schulen neben den Gymnaſien. An dieſen Kämpfen aber war unſere Schule nicht beteiligt. Für ſie folgten nach dem Abſchluß ihres inneren Aufbaus Jahrzehnte ruhiger prak⸗ tiſcher Arbeit. Daß ſie Tüchtiges leiſtete, auch als ihre Pionierarbeit abgeſchloſſen war, wird von ihren ehemaligen Schülern mit Dankbarkeit anerkannt.


