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Die Vorſchule wurde infolge des immer ſchwächer ge⸗ wordenen Beſuches von Oſtern 1912 ab klaſſenweiſe abgebaut, ſo daß ſie an Oſtern 1914 ganz fortfiel.
Während des Weltkriegs erlitt der Unterrichtsbetrieb naturgemäß empfindliche Störungen. Der häufige Wechſel im Beſtande der Lehrkräfte brachte wiederholte Aenderungen in der Unterrichtsverteilung, und infolge des Ausfalles bezw. der Verlegung von Eiſenbahnzügen mußte die Unterrichtszeit öfters geändert werden, doch war es immer möglich, täglich fünf Unterrichtsſtunden ſo zu legen, daß die auswärtigen Schüler wenig vom Unterricht verſäumten.
Die kriegsverwendungsfähigen Lehrer und auch drei Schüler traten gleich mit Beginn des Krieges ins Heer ein. Die zu Hauſe Gebliebenen taten ihre vaterländiſche Pflicht, indem ſie ſich für die mannigfachen Arbeiten des Kriegshilfs⸗ dienſtes zur Verfügung ſtellten. In den beiden erſten Kriegs⸗ jahren wurden mit großem Eifer Goldmünzen geſammelt und umgewechſelt, in den folgenden ſammelten die Schüler an⸗ ſehnliche Mengen von Steinobſtkernen und Bucheckern zur Oelgewinnung ſowie Gummi, Kupfer, Zinn, Meſſing, Blei u. a. zu Zwecken der Kriegswirtſchaft. Ein großer Teil der Schüler war ferner beim Einbringen der Ernte behilflich.
Dreiundachtzig ehemalige Schüler der Realſchule Michel⸗ ſtadt ließen im Weltkrieg ihr Leben für Deutſchland. Zur bleibenden Erinnerung an dieſe Helden wurde von Profeſſor Albert Hartmann ein würdiges Ehrenmal geſchaffen. Am 24. Nov. 1923 fand die feierliche Weihe ſtatt.
Größer noch als die Erſchütterungen, die der Unter⸗ richtsbetrieb durch den Krieg ſelbſt erfuhr, waren die Stör⸗ ungen, die durch deſſen trauriges Ende und die Demobil⸗ machung hervorgerufen wurden. Zwar konnte der Lehrkörper jetzt wieder ganz aufgefüllt werden, aber dafür traten andere Mißſtände in Fülle zutage. Die verzweifelte Lage des Eiſen⸗ bahnweſens machte ſich ſeit Herbſt 1918 beſonders fühlbar. Die Schüler der Unterzent kamen oft Stunden zu ſpät zur Schule, die der Oberzent häufig erſt ſpät abends nach Hauſe. Da während des Krieges ſelbſt wichtige Inſtandſetzungs⸗ arbeiten hatten unterbleiben müſſen, war die Dampfheizungs⸗ anlage Ende 1918 in einem ſolchen Zuſtande, daß am 14. November der Keſſel platzte. Infolgedeſſen mußten die Unter⸗ klaſſen in der Volksſchule und die Tertien in der Landwirt⸗ ſchaftlichen Winterſchule untergebracht werden; nur die Se⸗ kunden konnten im Realſchulgebäude und zwar im Direktor⸗


