Aufsatz 
Geschichte der Oberrealschule Michelstadt i.O. 1834-1934 : Festschrift zur Hundertjahrfeier am 28., 29. und 30. September 1934
Entstehung
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Sophienrealgymnaſium in Berlin und die Realſchule in Michelſtadt. Profeſſor Johanneſſon, der Leiter der Aus⸗ ſtellung, bezeichnete dieſe drei Anſtalten alsVorkämpfer für eine gute Sache. Hönig folgte der Einladung gerne und ſtellte ſeine Apparate ſelbſt in Berlin auf. Profeſſor Johanneſſon gab in einer Schrift über die Sonderausſtellung folgendes Urteil:Die Großherzogliche Realſchule in Michel⸗ ſtadt, das zeigen die ausgeſtellten Gegenſtände, pflegt ſaubere Technik, ohne dabei den phyſikaliſchen Inhalt zu vernachläſ⸗ ſigen. An einigen Gebrauchsgegenſtänden des Alltagslebens, die mit ausgelegt ſind, wird zunächſt die Bearbeitung des Materials geübt. Dann geht es an die Herſtellung von Apparaten, die phyſikaliſch belebt, techniſch befriedigend und in der Form geſchickt und anſprechend ſind.

In den Jahren 1917 und 1918 mußte der Handfertig⸗ keitsunterricht infolge der Kriegsverhältniſſe ausfallen. Im Schuljahr 1919 wurde er wieder aufgenommen und ſtand jetzt, da Prof. Dr. Hönig im Oktober 1918 geſtorben war, zunächſt unter der Leitung des Profeſſors Franz. Die Anlehnung an den phyſikaliſchen Unterricht wurde nun aufgegeben, und es wurde wieder, wie früher unter Kleinen, mehr eine Verbin⸗ dung mit dem Unterricht im geometriſchen Zeichnen angeſtrebt. Später, als die den Handfertigkeitsunterricht erteilenden Lehrer öfter wechſelten, war offenbar die bloße Förderung derHandfertigkeit Unterrichtsziel und der Handfertigkeits⸗ unterricht ſcheint nur beibehalten worden zu ſein, weil die Werkſtatt vorhanden war und weil man die auf ihn fallen⸗ den Stunden beim Aufſtellen der Unterrichtsverteilung gut zumAuffüllen gebrauchen konnte. Seit 1929 wurde die Werkſtatt überhaupt nicht mehr oder doch nur von einigen Lehrern zu privaten Arbeiten benutzt. Die Tatſache, daß der Unterricht zuletzt nicht mehr wie früher immer in einer Hand lag, hatte zur Folge, daß die Werkſtatt mehr und mehr in Verfall geriet und daß ſie beim Amtsantritt des jetzigen Direktors in einem Zuſtand war, der die Wiedereinführung des Handfertigkeitsunterrichts unmöglich machte. Wir hoffen jedoch, daß es gelingt, ſie vom Herbſt 1934 ab wieder ihrem urſprünglichen Zweck entſprechend zu verwenden.

Seit Oſtern 1907 kann unſere Schule auch von Mädchen beſucht werden. Anfangs waren es allerdings nur wenige, die von dieſer Möglichkeit Gebrauch machten, doch wuchs ſeit dem im Jahre 1922 erfolgten Zuſammenbruch der Privat⸗ mädchenſchule die Zahl der Schülerinnen ſo ſtark, daß ſie bis⸗ weilen 33% der Geſamtſchülerzahl ausmachte.