Aufsatz 
Geschichte der Oberrealschule Michelstadt i.O. 1834-1934 : Festschrift zur Hundertjahrfeier am 28., 29. und 30. September 1934
Entstehung
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Handwerker⸗Zeichen⸗ und Abendſchule; das Zimmer für Kl. Il muß zugleich für die Ackerbauſchule und als Bibliothek dienen; das Zimmer für Kl. l hat nur eine Fenſteröffnung und keinen Abzugskanal für die bei chemiſchen Verſuchen entſtehenden Gaſe... Das Licht iſt in allen Zimmern mangelhaft.

2. Die Lage der Aborte mitten im Schulraum verpeſtet die Luft in den Schulräumen und auf dem Gang. Zur Minderung dieſes Uebelſtandes wurde mit Carbolſäure desinfiziert, jedoch ohne genügenden Erfolg.

3. Die Anzahl der Aborte iſt zu gering(3 Abtritte); Piſſoirs ſind keine vorhanden, können auch nicht ange⸗ bracht werden.(Schülerzahl: 176)

4. Es fehlt eine bedeckte Turnhalle, weshalb im Winter nicht geturnt werden kann.

5. Es fehlt ein Lehrerzimmer. Das jetzige iſt Vorrats⸗ kammer und Durchgang für die Schüler der Klaſſen I und II.

6. Das Gebäude iſt auf beiden Seiten von Dungſtätten umgeben.

7. In dem Gebäude werden verſchiedene induſtrielle Be⸗

ſchäftigungen betrieben, die den Unterricht ſtören. Es iſt in dem Lokale ein großer Bierkeller, ein Fleiſch⸗ keller, ein Wolle⸗ und Fruchtſpeicher. Im Lokale wird Küferei, Schreinerei betrieben. Das Ab⸗ und Anfahren von Wagen, die mit Wolle und Frucht beladen ſind, die Aufſtellung und Reinigung von Fäſſern im Hofe verurſachen Störungen für die Schule. Die vorſtehenden Anſtände hemmen nicht allein die Erziehung und den Unterricht der Jugend, ſie ſind zu⸗ gleich teilweiſe der Geſundheit derſelben nachteilig und können beim Ausbruch von Epidemien verhängnisvoll werden.

8. Endlich darf die Eventualität nicht außer Acht gelaſſen werden, daß die Notwendigkeit einer alsbaldigen Räu⸗ mung der Lokalitäten eintreten könnte. Eine ſolche würde aber bei der Ausdehnung der Schule und dem Mangel an geeigneten Lokalen in hieſiger Stadt die Exiſtenz der Schule gefährden.

Da der Direktor unter dieſen Umſtänden die Verant⸗ wortung für diein pädagogiſcher und hygieniſcher Beziehung ſich ergebenden Folgen nicht länger allein tragen zu können