Aufsatz 
Geschichte der Oberrealschule Michelstadt i.O. 1834-1934 : Festschrift zur Hundertjahrfeier am 28., 29. und 30. September 1934
Entstehung
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glaubte, ſtellte er den Antrag,daß eine Kommiſſion, beſtehend aus einem Arzte, einem Pädagogen und einem Mitgliede der hohen Schulbehörde von dem Lokale der hieſi⸗ gen Realſchule Einſicht nehmen und die erforderliche Anre⸗ gung zur Beſchaffung geeigneter Lokalitäten geben möge. Dieſe Kommiſſion führte ihre Arbeit am 15. Dezember 1873 aus. Vom Großh. Kreismedizinalamt Erbach ſowie vom Großh. Kreisbauamt Erbach, die bei der Kommiſſion vertreten waren, wurden beſondere Gutachten eingereicht. Die weiteren auf die Lokalfrage bezüglichen Verhandlungen ſind nicht zur Kenntis der Direktion gelangt. Vonkompetenter Seite iſt ihr jedoch mitgeteilt worden, daß der Fortbeſtand der Real⸗ ſchule in Michelſtadt davon abhängig gemacht werde, daß die Gemeinde die geeigneten Lokalitäten rechtzeitig beſchaffe. Im Programm 1875 wurde nachgewieſen, daß trotz der notdürftigen Herrichtung eines weiteren Klaſſenzimmers, das durch die Teilung der 3. Klaſſe notwendig geworden war, die Geſundheitsverhältniſſe ſich noch verſchlimmert hatten und daß die pädagogiſchen Aufgaben der Schule nicht vollſtändig mehr erfüllt werden konnten. Durch ſtatiſtiſche Zuſammen⸗ ſtellungen wurde gezeigt, daß die Geſundheitsverhältniſſe von Schülern und Lehrern abnorm waren, daß 28 Prozent der Schüler an Kopfweh, 15 Prozent an Naſenbluten, 24 Prozent an Schwindel, 30 Prozent an Kurz⸗ und Schwachſichtigkeit litten. Dieſe Erhebungen und Er⸗ fahrungen wurden dem Kreismedizinalamt mitgeteilt, und daraufhin nahmen Vertreter des Miniſteriums am 30. Januar 1875 eine nochmalige Beſichtigung des Lokals vor. Im An⸗ ſchluß an dieſe Beſichtigung machten die beiden Regierungs⸗ vertreter in einer Sitzung des Gemeinderats behufs Erbauung eines Realſchulgebäudes die Zuſage einer Erleichterung hin⸗ ſichtlich des jährlichen Beitrags der Stadt zu den Koſten der Anſtalt und ſtellten in Ausſicht, die Regierung werde einen Antrag des Stadtvorſtandes auf Gewährung eines Staats⸗ zuſchuſſes zu 3 Proz. und 1 Proz. Amortiſation bei den Ständen befürworten. Nun erhob ſich die Frage, ob man einen Neubau errichten oder das ſtädtiſche Gebäude, in dem das Landgericht untergebracht war, umbauen ſollte. Die An⸗ ſichten des Stadtvorſtandes waren geteilt. Es wurde deshalb eine Kommiſſion gebildet, die prüfen ſollte, auf welche Weiſe man am billigſten und zweckmäßigſten zu einem geeigneten Realſchulgebäude käme. Dieſe Kommiſſion beſichtigte die neu⸗ erbauten Schulhäuſer in Offenbach, Sachſenhauſen und Darm⸗ ſtadt und ließ durch das techniſche Mitglied, den Baumeiſter