Aufsatz 
Geschichte der Oberrealschule Michelstadt i.O. 1834-1934 : Festschrift zur Hundertjahrfeier am 28., 29. und 30. September 1934
Entstehung
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der Vorbereitungsſchule auf die Stadtkaſſe zu übernehmen, bezw. mit dem Realſchulfonds zu vereinigen, und ſich wegen Erhebung der Vorbereitungsſchule zu einer öffentlichen, mit der Realſchule in organiſche Verbindung tretenden Anſtalt mit der Direktion der Realſchule ins Benehmen zu ſetzen. Der Gemeinderat ſchlug jedoch die Gewährung dieſes Geſuches ab mit dem Hinweis, daß der Stadt durch Uebernahme der Vor⸗ bereitungsſchule, wenn auch nicht gleich, doch in Zukunft Laſten erwachſen würden. Als nun aber im Jahre 1874 das Rechnungsweſen der Realſchulen des Landes ſo umgeändert wurde, daß die Städte nur einen beſtimmten Beitrag zu leiſten hatten, alle weiteren Koſten aber vom Staat getragen wurden, beantragte der Direktor Becker die Uebernahme der Vorbereitungsſchule durch den Staat. Hierauf erfolgte 1878 die proviſoriſche, 1879 die endgültige Vereinigung der Vor⸗ ſchule mit der Realſchule. Damit waren alle Schwierigkeiten, die ſich aus dem privaten Charakter der Vorbereitungsſchule ergeben hatten, behoben, und die Vorſchule bildete nun mit der Realſchule ein organiſches Ganzes. Mit der Einführung des Normallehrplanes für die Realſchule II. Ordnung im Jahre 1879 fand die innere Entwicklung unſerer Anſtalt auf Jahre hinaus einen ſicheren Abſchluß.

Inzwiſchen war es den vieljährigen Anſtrengungen des Direktors Becker auch gelungen, ein geeignetes Lokal für die Schule zu gewinnen. Die Raumfrage bot von Anfang an die größten Schwierigkeiten. Es wurde oben bereits mitge⸗ teilt, daß die Schule ihr erſtes Heim in dem für die Zwecke des Progymnaſiums errichteten Hauſe hatte. Schon im Jahre 1839 aber mußte ſie ihr Lokal wechſeln. Der Graf von Erbach⸗ Fürſtenau, der die Belange der Schule in jeder Weiſe zu fördern trachtete, ſtellte ihr nun die Kellerei, die ſeitherige gräfl. Rentkammer, zur Verfügung und ließ in den folgenden Jahren alle notwendigen baulichen Veränderungen auf Koſten der gräflichen Verwaltung vornehmen. Von vornherein aber erwies ſich die Kellerei als ungeeignet, und der Direktor Dr. Winterſtein machte ſchon in den Verhandlungen, die vor der Ueberſiedlung geführt wurden, auf die gröbſten Mängel, die ſchlechten Lichtverhältniſſe und die geſundheitswidrige Anlage der Aborte mitten in den Schulräumen, aufmerkſam und ſagte, es ſei wünſchenswert, daß der Stadtvorſtand für ein bleibendes, zweckmäßiges Realſchulgebäude Sorge trage. Auch der Großherzogliche Oberſchulrat erklärte ſchon damals, daß nur durch einen Neubau dauernd abgeholfen werden könne. Trotzdem blieb bei dem Mangel eines geeigneten Lokales