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einer ſolchen Erweiterung des geiſtigen Horizonts, zu einer ſolchen geiſtigen Gewandtheit, die ſich leicht allen neuen Ver⸗ hältniſſen anſchmiegt? In der Regel nur in der Schule; es gibt freilich Ausnahmen, aber Ausnahmen liegen außer aller Berechnung! Nun werde freilich vielfach behauptet, trotz aller Förderung der Landwirtſchaft und der Gewerbe ſei es auf die Dauer unmöglich, die Not zu meiſtern, denn, was uns drücke, ſei die Uebervölkerung und nur eine radikale Hilfe ſei möglich: Auswanderung. Der Redner läßt es dahin⸗ geſtellt, ob eine Auswanderung in größerem Maße wirklich notwendig ſei. Treffe dies aber zu, dann ſei dieſe Art der Selbſthilfe immer noch viel beſſer als die,„die ſich in früheren Zeiten der in ſeinem Gleichgewicht geſtörte Organismus der menſchlichen Geſellſchaft verſchafft“ habe. Allerdings müſſe die Auswanderung planmäßig erfolgen, ſie dürfe nicht nur Sache der arbeitenden Klaſſe ſein, ſie müſſe vielmehr von der Intelligenz der Nation geleitet, es müſſe ihr ein gemeinſames Ziel angewieſen und in dieſem ein zweites Deutſchland be⸗ gründet werden.„Sollte alſo die Auswanderungsfrage in der nächſten Zukunft noch bedeutender für die hieſige Gegend werden, als ſie bereits geworden iſt, was wäre nötig? Vor allem, daß einſichtsvolle und in jeder Beziehung tüchtige Leute, die ſich in fremde Dinge zu ſchicken wiſſen und einiger⸗ maßen mit einer fremden Sprache vertraut ſind, ſich an die Spitze der auswandernden Geſellſchaften ſtellen. Und wo bilden wir ſolche Leute? Wiederum in Schulen, die ſich eben die höhere Bildung des Bürgerſtandes zum Ziel geſetzt haben.“ Weiterhin ſagt der Redner, an der Spitze der Gemeindeverwaltungen müßten Männer ſtehen,„die die kleinlichen Intereſſen des Eigennutzes dem allgemeinen Wohle nachſetzen, die mit Umſicht und Energie, ohne Gunſt und ohne Furcht, für die öffentliche Wohlfahrt wirken, die der Ver⸗ waltung eines ſo großen Vermögens, wie es nicht ſelten die Gemeinden beſitzen, mit Weisheit vorſtehen, die am rechten Ort zu ſparen wiſſen, an einem anderen aber auch Opfer nicht ſcheuen, die bei allem, was ſie run, ſich nicht von dem ortsüblichen Herkommen, ſondern von vernünftigen Gründen beſtimmen laſſen, uſw.“ Solche Männer aber würden am beſten in den Realſchulen herangebildet. Ferner gebe es auch in Michelſtadt und der Umgegend nicht wenige junge Leute, die höhere Berufsſtudien betreiben wollten, und auch für ſie biete die Realſchule eine gründliche Vorbildung, zumal ihretwegen Latein als nicht verbindliches Lehrfach in den Lehrplan aufgenommen ſei. Zum Schluſſe nannte Dr. Stein⸗


