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haften übernehme“, genehmigte das Großherzogliche Staats⸗ miniſterium unterm 5. März 1834 die Errichtung einer Real⸗ ſchule. Zum erſten Lehrer und Direktor wurde am 11. Juli 1834 Dr. Joſeph Winterſtein aus Mainz ernannt. Zur Er⸗ öffnung der Schule verfaßte dieſer ein Programm, das die Grundſätze und den vorläufigen Lehrplan, nach denen in der neuen Schule gearbeitet werden ſollte, der Oeffentlichkeit unterbreitete. Nach dieſem Programm„wird zunächſt die religiöſe, ſittliche und intellektuelle Erziehung fortgeſetzt und hauptſächlich dem durch das ſtete Zunehmen der Civiliſation bei faſt allen Ständen ſich erzeugenden Bedürfniſſe höherer Bildung abgeholfen, ohne jedoch diejenigen Kenntniſſe darin zu lehren, welche lediglich die Vorbildung des Gelehrten aus⸗ machen. Zugleich wird aber auch die hieſige Realſchule durch zweckmäßige Benutzung der vorhandenen Mittel eine Vor⸗ ſchule zu den höheren polytechniſchen Anſtalten ſein, und eben aus dieſem Grunde die für viele techniſche Fächer unent⸗ behrlichen gründlicheren mathematiſchen u. naturwiſſenſchaft⸗ lichen Vorkenntniſſe, mit ſteter Rückſicht auf techniſche An⸗ wendung unter ihre Lehrgegenſtände aufnehmen. Ferner wird in dieſem Inſtitute die Technologie mit beſonderer Sorg⸗ falt gelehrt, indem eine höhere, allgemeine Bildungszwecke verfolgende Lehranſtalt, die überſichtliche Kenntnis der ver⸗ ſchiedenen Gewerbe notwendig darſtellen muß, zumal kein Gebildeter die enzyklopädiſche Ueberſicht der Künſte und Ge⸗ werbe, namentlich die Kenntnis ihrer Verrichtungen, ihrer Bedürfniſſe an Rohſtoffen und ihres Ineinandergreifens ent⸗ behren ſollte. Außerdem wird aber hieſige Realſchule nichts lehren, was nur als beſonderes Bedürfnis zur Betrei⸗ bung irgend eines beſtimmten Gewerbes oder Berufes erſcheint. Dieſe letzte Aufgabe hat weſentlich die höhere poly⸗ techniſche Anſtalt zu löſen. Demzufolge werden die von der hieſigen Realſchul⸗Direktion mit Zufriedenheit entlaſſenen Zöglinge durchaus tüchtig zu dem gewöhnlichen Geſchäfts⸗ leben ausgebildet ſein.“
Die feierliche Eröffnung der Realſchule erfolgte am 9. Oktober 1834. Sie wurde mit einem Gottesdienſt in der Stadtkirche eingeleitet, in dem der Stadtpfarrer Heſſig vom Altar aus die Weiherede hielt. Nach Beendigung des Gottes⸗ dienſtes begab ſich die Verſammlung unter Glockengeläute in den feſtlich„in gotiſchem Stile dekorierten“ Saal des Real⸗ ſchulgebäudes, wo der Vertreter der Staatsregierung, Ober⸗ ſtudienrat Dr. Schmitthenner, die Realſchule mit einer An⸗ ſprache eröffnete, in der er ſich ausführlich über den Zweck


