Aufsatz 
Geschichte der Oberrealschule Michelstadt i.O. 1834-1934 : Festschrift zur Hundertjahrfeier am 28., 29. und 30. September 1934
Entstehung
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Teilnahme des Publikums an. Vor allem hielt er es für notwendig,auch der geringeren bürgerlichen Klaſſe den Beitritt zu erleichtern und darüber Beratung zu pflegen, auf welche möglich einfache und zweckentſprechende Weiſe ſchon jetzt für Bildung einer Realſchule Sorge getragen werden könnte.

Am 9. September 1823 legte Curtmanneinige Be⸗ merkungen zu dem Verſuch eines Lehrplans vor, die zum Teil recht beachtenswert ſind. So denkt er nicht wie Heſſig und Braun lediglich auf die Vorbereitung der Schüler für die Prima eines Gymnaſiums, ſondern wie der Graf daran, eine wohltätige und dauernde Bildungsanſtalt für die Zu⸗ kunft zu gründen. Auch in bezug auf die Sprachen teilt er nicht ganz die Anſichten des Entwurfes. Zwar iſt auch ihm die Sprachkenntnisder Grundſtein aller Bildung, aber er möchte doch das Deutſche nicht ſo ſtiefmütterlich behandelt wiſſen. Er ſagt:Drei Stunden ſind zu wenig für unſere Mutterſprache, welche doch billigerweiſe unſer Intereſſe zu⸗ nächſt in Anſpruch nehmen muß. Während der Entwurf ſich von der Beſchäftigung mit den alten Sprachen eine günſtige Rückwirkung auf das Deutſche verſpricht, ſagt Curt⸗ mann,die Stunde in deutſcher Grammatik wäre dann auch zugleich eine Vorbereitung auf den lateiniſchen Unterricht.

Mittlerweile war eine genügende Anzahl von Knaben zum Beſuche der neuen Anſtalt angemeldet worden, ſo daß am 14. September 1823 der Unterricht mit 22 in drei Klaſſen geteilten Schülern begonnen werden konnte. Während ſich nun die Anſtalt eines ſtetig günſtigen Fortgangs zu erfreuen hatte(im April 1825 belief ſich die Schülerzahl bereits auf über 40), entwarf Curtmann, unterſtützt von dem Stadt⸗ pfarrer Heſſig und dem Kandidaten Böhler, dieStatuten der Privatlehranſtalt und legte ſie dem Grafen Albert ſowie der Schul⸗Kommiſſion, der die Herren Zentgraf, Flach, Reu⸗ ling, Bogen, Bauer, Klump und Luck angehörten, zur Prü⸗ fung vor. In wiederholten Sitzungen wurde dieſer Entwurf durchgeſprochen und ſchließlich mit einigen Aenderungen am 20. Oktober 1825 genehmigt. Damit war die ſchwierige Ar⸗ beit der Errichtung einer höheren Schule in Michelſtadt ab⸗ geſchloſſen und zugleich der Grund gelegt zu ihrer weiteren Entwicklung.

Von Anfang an wurde tüchtige Arbeit geleiſtet, und dieſe gab der Schule ein gutes Anſehen. DieAllgemeine Schulzeitung vom 12. April 1825 enthält einen Bericht über