Aufsatz 
Geschichte der Oberrealschule Michelstadt i.O. 1834-1934 : Festschrift zur Hundertjahrfeier am 28., 29. und 30. September 1934
Entstehung
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als um bequeme und ſichere Vorbereitung der Schüler auf die Prima des Gymnaſiums, ihm war es um denSGehalt der Bildung zu tun, er dachtemoderner als die beiden Ver⸗ faſſer des Entwurfes. Um ſo merkwürdiger mutet daher der Schluß des genannten Schreibens an. Im dritten Abſchnitt des Lehrplans wünſchen nämlich die Verfaſſer,daß die Schüler dieſer Anſtalt ganz aus der öffentlichen Schule ge⸗ nommen werden. Obwohl dieſer Wunſch pädagogiſch durch⸗ aus gerechtfertigt erſcheint, zumal er alsWunſch Ausnah⸗ men zuläßt, ſchreibt der Graf:Schließlich wundere ich mich ſehr, daß nach dem vorliegenden Plane alle Schüler für die⸗ ſes Gymnaſium nur aus der öffentlichen Schule genommen werden ſollen und daß keiner der Herren Intereſſenten die⸗ ſen etwas in das Groteske getriebenen Philanthropismus im allgemeinen bekämpft hat. Was mich anbelangt, ſo kann ich dieſe Anſicht nicht und nicht teilen, ſondern mißbillige ſelbige in hohem Grade, einmal weil dadurch ſonderbare Beſchrän⸗ kungen für das Publikum und dann namentlich für mich ent⸗ ſtehen, denen ich mich, nachdem ich ſo viel für das Empor⸗ kommen des Inſtituts getan, nie unterwerfen werde. In einem Brief vom 30. Auguſt 1823 ſpricht der Graf ſogar von Demagogie, die ſo abgeſchmackt iſt, daß ich mich der weiteren Kritik enthalte.

Inzwiſchen war es dem Hoſprediger Bauer gelungen, in dem Kandidaten Wilhelm Curtmann aus Eudorf einge⸗ eignetes Subjekt als erſten Lehrer für die Anſtalt zu ge⸗ winnen. Ihm ſollte nach dem Vorſchlag des Hofpredigers der Lehrplanentwurf zur Beurteilung und etwaigen Ergän⸗ zung vorgelegt werden. Der Graf iſt darüber nicht ſonder⸗ lich erfreut. Er ſchreibt am 4. September 1823:Wenn nämlich das neue Individuum, von dem die Poſaune des Ruhmes ſchon ſo weit ertönt, auch das Ideal eines Päda⸗ gogen und Philologen, ſo müſſen ihm doch bei ſeiner Jugend noch praktiſche und vornehmlich die zu Ergänzung eines Lehr⸗ planes unumgänglich nötige Erfahrungen abgehen. Aus dieſem Grunde meint der Graf, Curtmann könnedas Vor⸗ handenſein eines ohne ſeine Zuſtimmung entworfenen Lehr⸗ planes nicht übelnehmen, ſondern müſſe ihn befolgen. Wäre es anders,ſo müßte man ſeine Acquiſition nur bedauern, indem ſein Urteil große Deſpotie der Anſicht, abſolute mo⸗ narchiſtiſche Schul⸗Tendenz verraten müßte und letztere gleich der politiſchen zu den gefährlichſten gehört.

Dem Grafen war es ernſtlich um das Emporkommen des Inſtituts zu tun, und es kam ihm auf einegenerelle