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Autor erklärt. Dem Unterrichte in der Prosodie lag das von Spangenberg verfasste Lehrbuch zu Grunde.
Im Jahre 1573 wurden zur Revision des Unterrichts zwei Prüfungen alljährlich angeordnet. Die erste Prüfung wurde jedoch erst am 3. Septbr. 1576 gehalten. Von 1577— 1602 sind uns noch die Protokolle von 51 Prüfungen erhalten. Diese Schriftstücke bieten uns wertvolle Mitteilungen über den gesamten Lehrplan, über die Ziele der Schule, den Betrieb des Unterrichtes, die gelesenen Autoren, sowie über die Zahl der Klassen, die sehr schwankte. Ebenso hat der Ober-Schulmeister Justus Embden aus Corbach (1578— 1581) uns eine sehr ausführliche Uebersicht über die Klassen, Lehrgegenstände und UÜbungen an der Lateinschule hinterlassen. Im Jahre 1579 finden wir fünf, 1580 sechs, 1591— 92 zehn, 1596— 97 sieben Klassen.
Der eben genannte Oberschulmeister Embden stellte bei seinem Scheiden von Laubach(1581) eine ausführliche Schulordnung auf. ¹) Er unterscheidet fünf ordentliche Klassen, neben einer sechsten ausserordentlichen Klasse(den sog.„Germani““).
Als Ziel des Unterrichtes in der fünften Klasse bezeichnet Embden die Erreichung vollkommener Fertigkeit der Schüler im Lesen und Schreiben. Er teilt die Schüler dieser Klasse in drei Abteilungen, 1) in Analphabeten, solche Schüler, welche die Buchstaben lernen, 2) in Alphabetarier, welche die Buchstaben bereits kennen und nun durch die Verbindung dieser Buchstaben in zusammen- hängende Silben Wörter zu bilden lernen, 3) in Lesende, welche die zusammengestellten und mit einander verbundenen Silben ohne Unter- brechung auszusprechen und also ziemlich fliessend zu lesen lernen.
Als Ziel des Unterrichtes der vierten Klasse bezeichnet Embden die Erlernung der acht Redeteile aus dem vorgeschriebenen Lehr- buche des Donat, insbesondere die Deklination der Nomina und die Konjugation der Verba. Die Schüler dieser Klasse werden sämtlich als„Donatisten“ bezeichnet. Da sie indessen nicht alle auf gleicher Stufe stehen, werden sie in zwei Abteilungen(ordines) geteilt; die erste Abteilung bilden solche Schüler, welche sich nur mit den Redeteilen im Donat beschäftigen und zur Erlernung der Catechesis
¹)„Diagraphe totius institutionis ac disciplinae scholasticae observatae hactenus in schola Laubachiana.“ Dieser Lehrplan beruht im wesentlichen auf der„Kursächsischen Schulordnung“ von 1528, die bereits für den bisherigen Unterrichtsbetrieb vorbildlich gewesen war(vergl. Burkhardt, Geschichte der sächsischen Kirchen- und Schul-Yisitationen von 1524— 1545. Leipzig 1879; K. Hartfelder, Philipp Melanchthon als Praec. Germ., in Mon. Germ. Paed. VII,
Berlin 1889.)
Revision des Unterrichts.
Schulordnung vom Jahre 1581.


