Aufsatz 
Rückblick auf die Geschichte der Lateinschule und des Gymnasiums zu Laubach in Hessen : Festschrift zum 25jährigen Jubiläum des Gymnasiums Fridericianum ; mit 6 Beilagen und 4 Abbildungen / Von Dr. August Röschen
Entstehung
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Lehrplan von 1573

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auch den Familien Riedesel, Löw von Steinfurth, von Bellersheim, von Carben, Schütz von Holzhausen. Die Zahl der Schüler betrug 48 im Jahre 1577. In den beiden folgenden Jahrzehnten stieg diese Zahl beträchtlich; unter dem Rektorate von M. Philipp Pistorius, aus Laubach gebürtig,(1592 1599) stieg die Zahl bis zu 104. Im Frühjahr 1602, unter dem Rektorate von M. Johannes Valentini (1599 1608), sank sie auf 84, im Herbste 1602 auf 68. Um streb- samen, aber unbemittelten Kindern einen höheren Unterricht zu ermöglichen, wurden acht Stipendiaten auf der Lateinschule unter- halten. Im Jahre 1625 wurde auf Vorschlag der beiden Stadtgeist- lichen Ritter und Bothius die Zahl der Stipendiaten auf vier herabgesetzt; als Ersatz wurde eine Jahresabgabe von zehn Achtel Korn an die Kirchenkasse festgesetzt.

Die ersten Nachrichten über den Betrieb des Unterrichts und die Lehrgegenstände werden uns durch einen Lektionsplan des Wolrad Schreiber vom Jahre 1573 übermittelt. Der Unterricht begann morgens um sechs Uhr. In der ersten Stunde wurden die jüngeren Schüler in der Grammatik nach dem Lehrbuche des Kasseler Rektors Petrus Nigidius(1539 1549) unterwiesen, demIsagogicus rerum grammaticarum libellus,« 1548 erschienen. Gleichzeitig wurden die älteren Schüler mit demSelectum latinae grammatices com- pendium desselben Autors(1556 erschienen) beschäftigt. In der zweiten Stunde(78 Uhr) unterrichtete man die Abe-Schützen. Von 8 9 Uhr wurden einen um den anderen Tag eine Komödie des Terenz oder ein Brief Ciceros abwechselnd erklärt. Von 1112 Uhr wurden dieGespräche des spanischen Humanisten Johann Ludwig Vives(1492 1540) behandelt. Von 121 Uhr übte man figurierten Gesang; gelegentlich wurden die Schüler auch in der Theorie der Musik nach demCompendiolum Musicae des Heinrich Faber unterrichtet(1569 erschienen). Die Stunde von 12 wurde wieder den Abe-Schützen gewidmet. Sodann wurde griechische Grammatik geübt. In der Stunde von 34 Uhr wurden Catos Distichen, sowie eine Anzahl Verse aus Vergils Gedichten erklärt. Von diesem Lektionsplan wurde Dienstags und Samstags abgewichen, indem an diesen Tagen während eineinhalb Stunden dieKatechesis des David Chytraeus(gestorben zu Rostock 1600), sowie dieregulae vitae dieses Pädagogen behandelt wurden. An diesem Tage sagten die Abe-Schützen die Grundlehren der christlichen Religion nach Luthers Katechismus deutsch und lateinisch aus dem Gedächtnis her. Die schriftlichen Ubersetzungen aus dem Deutschen in das Lateinische wurden Dienstags um 12 Uhr censiert. Hierauf wurde ein griechischer