So würden Sie die völlige bagage bekommen haben, ingleichen die gesamte Artillerie, die Franzosen haben aber nicht getrauet und geglaubt daß Man Sie nur in die Linie locke Umb desto ehend einen Vorteil Über Sie gewinnen zu können der duc d’Epernon ist auch bey der attaque gewesen Und oben Übern Kopf legerement blessiert worden. Ein Obrist von den wurde geschossen, daß ihm die Därm zum Leib heraus giengen Und noch dazu der Arm entzwey, doch ist er nicht daran gestorben, Mittwochs gegen 9. und 10. Uhr ist der Marechal de Berwick!) erst in die Linie geruckt, indem Er. bißher eben- fals nicht getrauet in dieselbe zu marchieren, Und hat selbige Nacht zu Mühlberg im Strauß logiret, die Armee aber sich gen Linkenheim von Mühlberg aus extendiret.*
In der Nacht, wo der Überfall auf die Linie erfolgte, war das im Lager von Speier zurückgelassene Korps d’Asfelds rheinabwärts marschiert und hatte bei Neckarau den Strom überschritten. Es verzichtete jedoch, da es ohne Kenntnis von den Ereignissen an der Linie war, aus Furcht, von Prinz Eugen vereinzelt geschlagen zu werden, auf ein weiteres Vorgehen auf dem linken Rheinufer.?2) Immerhin mußte der Prinz angesichts einer solchen Lage befürchten, bei längerem Verweilen im Rheintale mit seinen höchstens sich auf 20000 Mann belaufenden Streitkräften von den beiden übermächtigen feindlichen Heeresgruppen zermalmt zu werden. So überließ er denn Philippsburg mit seinem tapferen Kommandanten Wuttgenau seinem Schicksal und vollzog unbelästigt den Rückzug. über Bruchsal, Sinsheim nach Heilbronn hinter den schützenden Neckar.„Es ist nur zu verwundern,“ bemerkt Oberst von Vasold,„daß unß die Frantzosen bei Brusall haben so passieren laßen, dann wir mit allen Keine 20 000 Mann gewesen.“
Schon am 5. Mai erließ das französische Hauptquartier den Befehl,3) die Linien bis zum 10. Mai einzuwerfen. Zu diesem Zwecke sollten Baden und Durlach täglich je 1000, Württemberg 3000 und Speier 1700 Schanzarbeiter stellen. Doch wurden weder Termin noch Zahlen eingehalten. So arbeiteten von Durlach vom 8. bis 31. Mai nur 7367 Mann. In der französischen Armee herrschte eine unerhörte Disziplinlosigkeit. Banden von Marodeuren durchstreiften raubend und mordend das flache Land. Dies hatte zur Folge, daß die Landbevölkerung„theils in wäldern, theils in denen Rhein-Insuln“ Schutz suchten. Auch wollten nach Angabe des schon einmal erwähnten Inspektors Kugler (S. 34) die Durlachischen Schanzarbeiter„mehrertheils nicht comparirn, aus forcht der Kais. Hußaren deren Eine Parthey zu Langen—Steinbach mit Köpf Spalten gedrohet haben solte‘,
l) Schon am Abend des 4. Mai hatte Berwick dem König den Sieg mit folgenden Worten mit- geteilt:„Je n’ai que le temps de rendre compte& Votre Majests, en deux mots, que ce matin vers les 6 heures, M. de Noailles a grimp6 au-dessus des lignes d’Ettlingen. Avec 11 bataillons, 2 rögiments de dragons, les gardes du corps et 100 carabiniers de la maison du roi, il a attaqu6 les ennemis et force leurs retranchements. Pajol, S. 209.
2) d’Asfeld erhielt nach der Einnahme der Linien von Berwick Befehl, seine Vereinigung mit der Hanptarmee über die Brücke bei Rußheim zu bewerkstelligen.
3) Der Befehl für Baden lautet:„Il est ordonnd.... de commender aussytost La quantite de mille pionniers un tiersavec de pelles Les deux autres tiers avec des pioches et; dix haches pour cent hommes pour se rendre Le long des Lignes d'Ettlingen juques Daxlanden& raser Les d. Lignes en detruire les fondations defond encombre et bruler tous Les bois qui y sont, et qui y ont et& em- ployes. Les dits officiers auront Soin de Commander un Conducteur entendu par cing cent hommes, et de faire faire Les dits demolitions d’iey au dix du mois....“(H. u. St. A.)
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