Aufsatz 
Festschrift des Großherzogl. Gymnasiums in Karlsruhe zu den Jubiläumsfeierlichkeiten im September 1906
Entstehung
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Durmersheim, Mörsch und Forchheim zu, und lagerten sich die harth hinunter, und ware zu Mörsch das haubt quartier..... Die hier durch passierte armee schätzt sich gegen 40 biß 50 taußend der schönsten Leuthen; über 50 stückh und etlich tausend Maulthier.

Seit dem 1. Mai liefen im kaiserlichen Hauptquartier Meldungen über Brücken- schläge der Franzosen bei Fort Louis und Bewegungen, die den Ettlinger Linien gelten mußten, ein. Als nun in der Nacht vom 3. auf den 4. Mai(1 Uhr) gemeldet wurde, daß die Franzosen sich in Massen den Linien näherten, setzte Prinz Eugen noch vor Tages- anbruch das ganze bei Waghäusel stehende Korps in der Richtung auf Mühlburg in Marsch. Er selbst kam vormittags zwischen 9 und 10 Uhr mit der Kavallerie daselbst an.

Das französische Oberkommando legte die Aufgabe, die Linien zu nehmen, in die Hände des Herzogs von Noailles. Durch persönliche, von Bruchhausen aus in Begleitung des Grafen Moritz von Sachsen unternommene Erkundung, die sogar Geschützfeuer aus den Linien hervorrief, überzeugte er sich von der Unmöglichkeit, denselben in der Ebene beizukommen. Die Worte Vasolds:Wie ich allezeit prophezeigt habe, wir würden zwar ein treffliches schönes werck machen, und die Linie von Daxlanden biß an den Sommer- berg in schönen standt setzen, allein der feindt würde allemahl hinten an den Rhein, oder oben an dem berg ein Loch finden, sollten in Erfüllung gehen.

Auf französischer Seite war man zu dem Entschluß gekommen, in der Ebene durch Scheinangriffe die Besatzung der Linie in Atem zu halten, dagegen oben im Gebirge, wo man am ehesten gedeckte Annäherung fand, in nächtlichem Überfall den entscheidenden Schlag zu führen. Man formierte drei Kolonnen.

Der linke Flügel, aus den Brigaden Piemont und Vaisseaux bestehend, wurde allem Anscheine nach von Moritz von Sachsen gegen den Abschnitt Scheibenhardt-Johannes- brücke angesetzt. Im Zentrum bei Bruchhausen sollte Prinz Tingry mit einer Brigade der Garde und der Marine vorgehen. Zum Führer der Durchbruchskolonne wurde General Marcieu bestimmt, dem 11 Kompagnien Grenadiere und ebensoviel Sturmabteilungen aus der übrigen Infanterie unter Herouville zur Verfügung gestellt wurden. Schon in Rastatt hatte der Herzog von Noailles, offenbar für diese Kolonne, ,6 botten lauter Mezger, welche die- weeg wüsten, bestellt. Kapitän Galhau, der bewährte Führer einer französischen Freikompagnie, hatte die von Malsch zu den Linien hinaufführenden Pfade und das An- griffsgeländedes la pointe du jour!) erkundet.

Die Durchbruchskolonne setzte sich um Mitternacht in Bewegung. In Malsch nahm man noch 40 Einwohnermit Axten mit so das gefäll aufhawen müsten. Der Marsch ging über den Rimmelsbacher Hof und wurde nach Angabe der französischen Quellen unter dem Schutze eines furchtbaren Unwetters?) ausgeführt, Zwei Stunden währte es, bis die Kolonne aufmarschiert und zum Sturm bereit war. Mit Tagesgrauen erfolgte der Angriffan der schantz, wo die Rodische(Regt. Roth) stundten, bei welchen H. Hauptmann Schaber ware, welcher dann 3. Salve gegeben, und etliche 40. gleich ge- fallen tode und blessirte, wie dann 10. hierher(Rastatt) Kommen, einer gleich gestorben und begraben worden, ein Obrist Lieutenant der arm abgeschnitten, und nach fortlouis getragen worden, die teutsche seind gleich gewichen, weilen Sie ordre gehabt haben sollen, (Rastatter Bericht.)

1) Pajol, S. 209. 2) Par un orage effroyable. Pajol, S. 209.