Aufsatz 
Festschrift des Großherzogl. Gymnasiums in Karlsruhe zu den Jubiläumsfeierlichkeiten im September 1906
Entstehung
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Die Linie!) zog von hier am steilen Talrand der Schluttenbachklinge in der Richtung des alten Redanverhaus nach Osten weiter. Mindestens ein Kilometer westlich der Schöllbronnerstraße begann nach dem Zeugnis der Reste eine zusammenhängende Erdwerklinie, über deren Entwicklung schon 8. 22 berichtet wurde.?2) Einige Worte seien noch einer Neuschöpfung des polnischen Thronfolgekrieges, dem fünfseitigen Werk, welches etwa 100 m über die Linie vorgeschoben die dicht östlich an ihm vorbeiziehende Straße SchöllbronnEttlingen unter Feuer nahm, gewidmet. Es ist weder den Karten des spanischen Erbfolgekrieges noch dem österreichischen Plane bekannt. Auch von Riecke wird sein Grundriß nicht ganz richtig angegeben. Dichtes Unterholz und junger Wald entziehen es völlig der Sicht, obwohl die äußere Wallböschung im Durchschnitt die an- sehnliche Höhe von 10 m hat. In den Hof der Redoute hinabzusteigen, ist ganz unmöglich. Die Ecken der 25 m langen Südfront sind mit hohen Geschützständen versehen. Die Ostseite, auf eine Strecke von 13 m meßbar, und die Westseite(25 m) setzen sich recht- winklig an den Südwall an. Zwei kleinere, etwa halb so lange Wallstücke, schließen in rechtem Winkel zusammenlaufend das Werk nach Norden ab. Am Scheitel des Winkels befinden sich Brücke und Tor.

Bei dieser Redoute wird man die Stelle zu suchen haben, wo die Franzosen am 4. Mai 1734 die Linie durchstießen.

Die Kosten, welche die Ausbesserung und Erweiterung der Linie verursachte, wurden vorläufig den nächstgelegenen Ständen aufgebürdet. Schadenersatz seitens des Reiches fand nur in mäßigem Umfange statt. Im folgenden sollen lediglich die Kosten, die durch den Bau der Linien und die Überschwemmung verursacht wurden, an der Hand des Aktenmaterials vor Augen geführt werden.?)

Vom 26. Dezember 1733 bis zum 4. Mai 1734, dem Tage der Einnahme der Linie, zahlten allein für Schanzarbeiten und Fuhren

Württemberg.... 72621 Guld. 2!/, Kr.) Baden-Durlach......,41074... s2l7 Baden-Baden.:.ı....h2 781... 970/277,

zusammen, einschließlich. des 1400 Guld. betragenden Gehaltes des Obersten von Vasold, 167877 Guld. 321/, Kr.

Die Unkostenwegen gefällten Bau-Holtzes zu der Ettlinger-Linie, auch der des- halben um gegrabenen Güther und verlohrne Gefälle, ingleichen anderer an die Kayserliche Armee beschene Abgaben beliefen sich für Baden-Durlach auf 68462 Guld. 28 Kr., für Baden-Baden gar auf 220344 Guld. 41 Kr.

1) Zwischen der Linie und der Sommerbergredoute befanden sich nach Angabe des öster- reichischen Planes und Naehers(die Umgebung der Residenzstadt Karlsruhe S. 68) drei terrassenförmig unter einander liegende Geschützstände. Ihre Spuren vermochte ich bislang nicht zu entdecken,

2) Vom oberen Windwiesental bis hinab zur Alb wird die Linie, wie früher, lediglich als Verhau bestanden haben.%

8%) Durch feindliche Erpressungen, Fouragierungen usw. erlitt 1734 Baden-Durlach einen Schaden von 285083 Guld. 86 Kr., Baden-Baden von 1941081 Guld. 23 Kr,

4) 1 Gulden= 60 Kreuzer= 1,11 Mark; 1 Kreuzer 2,86 Pfennig.