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Plan kennt zwar die Anlagen nicht, doch wird ihre Existenz allerdings in einer etwas vom Rieckeschen Plane abweichenden Gestalt durch einen aus dem Jahre 1740 stammenden Gemarkungsplan von Rüppurr bestätigt. Dieser von einem Johann Dieterich Haeckhern in riesiger Dimension gezeichnete Plan gibt sogar noch an andern Stellen hinter dem Seegraben, bei der chemischen Fabrik u. s. w. Sperrschanzen an,(Siehe 8.48.) Doch dürften dieselben einem späteren Stadium des Krieges(1735), als Prinz Eugen die Über- schwemmung des ganzen Bruchgeländes von Ettlingen bis Ketsch durchführte, ihren Ur- sprung verdanken.
Die nächsten Befestigungen verliefen vermutlich am Westrand der zwischen dem Erlengraben!) und der Straße Ettlingen—Johannesbrücke in die Hohewiesen vorspringenden Insel. Ungefähr in der Nähe des Staatsbahnhofes mögen sie in die Rohräcker hinab- gestiegen sein. Alsdann setzten sie sich auf dem Rand der Vorhöhen, die Südwestseite Ettlingenweiers umfassend, bis zum Eintritt des Beierbaches in das Wiesenland fort. Hier schlugen sie einen Haken nach Osten und folgten den Spuren der alten Linie bis zum Westhang des Sommerbergs. Vom Seegraben bis hierher ist die Linie spurlos verschwunden. Eine Rekonstruktion der Strecke auf Grund der Angaben der beiden Pläne stößt aber deswegen auf Schwierigkeiten, weil dieselben nur im allgemeinen, in der Richtung der Linie, übereinstimmen, sonst aber z.B. in Angabe der Zahl und Gestalt der einzelnen Werke ganz bedeutend von einander abweichen. Einklang herrscht nur bezüglich der Strecke hinter dem Beierbach, wo sie am Bruchrande und beim Austritt des Baches aus dem Gebirge geschlossene Werke angeben. Die an erstgenannter Stelle liegende Redoute könnte aus Nr. 3 der alten Linie, die am Fuß des Sommerbergs errichtete fünfseitige „Weinbergredoute“ aus der alten„S. Anna Redoute“(Nr. 1) hervorgegangen sein. Nicht unerhebliche Trümmer in dem lichten Walde am Fuße des Sommerbergs lassen den Grund- riß eines fünfseitigen Werkes erkennen.
Die Ziegelei im überschwemmten Gebiet zwischen Ettlingenweier und Bruchhausen war auch in diesem Kriege mit Befestigungen bedacht worden.?2) Mit vier Geschützen bestrich dieser Posten den Eingang in das Beierbachtal und den Alleeweg.?) Hier werden wir wohl die„Alee redoutte‘“ zu suchen haben, welche nach Angabe der Akten des Jahres 1734 zur Zeit der Einnahme von einem Hauptmann Draißen mit 100 Mann besetzt war.
Oben auf dem westlichen Ausläufer des Sommerberges erstand hinter der von der„Weinbergredoute“ heraufsteigenden Verhaulinie eine rechteckige Schanze(34:38 m). Sie wird von dem österreichischen Plan als Verhau charakterisiert, war aber in Wirklichkeit eine Erdschanze mit Wall und Graben. Der obere Wallrand liegt noch heute an der Südfront 2 m über der Grabensohle. Das Werk wird, wie seine Lage und das Fehlen von Geschützständen vermuten läßt, als Beobachtungsstation®) gedient haben.
1) An der Straße Ettlingen—Scheibenhardt.
2) Vermutlich von Riecke zu weit südlich angesetzt.
3) Der Alleeweg führte über Bruchhausen in den Hardtwald und fand seine Fortsetzung in einem schmalen Jagdweg, der unter Markgraf Ludwig Wilhelm hergestellt wurde. Baer, Chronik üb. Straßenbau und Straßenverkehr i. Gr. Baden, S. 71.
4) Im spanischen Erbfolgekrieg befand sich ein„lermen Fewer“ auf dem Sommerberg. Die prachtvolle Aussicht, die man ehemals von diesem Punkte über die Rheinebene hatte, ist infolge der Beforstung auf ein Weniges beschränkt.


