Aufsatz 
Festschrift des Großherzogl. Gymnasiums in Karlsruhe zu den Jubiläumsfeierlichkeiten im September 1906
Entstehung
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Massen des schönsten Eichenholzes. In den meisten Redouten waren zudem zweistöckige BlockhäuserScartaquen!) zur Beherbergung der oft 40 Mann zählenden Wachkommandos errichtet.

Der rechte Flügel der neuen Linie?) schloß mit einer vierseitigen Redoute in der Nähe des Grünwinkler Wasserturms an das die rechte Flanke schützende Hochufer an. Von hier zog sie mit einigen Knickungen, Front nach Osten, parallel der Rheinstraße nach dem Albgrund, den sie nach Angabe des österreichischen Planes und der Stoberschen Gemarkungskarte von Ettlingen aus dem Jahre 1781 ebenfalls mit einer vierseitigen Re- doute etwas östlich der Appenmühle erreichte. Hier befand sich eine kleine Schleuse, durch welche das Wasser der Alb bis zur Südwestecke von Grünwinkel gestaut werden konnte. Von der ganzen Anlage wie auch von den nordwestlich der Appenmühle zur Rücken- und Flankendeckung errichteten Werken ist nicht die leiseste Spur mehr zu entdecken, Das Gleiche gilt von den ehemals auf dem nördlichen und südlichen Albufer westlich des Südausgangs von Grünwinkel liegenden tenaillenartigen Schanzen. Hier war die zweite Schleuse, welche den Albgrund bis zur Mündung des Malscher Grabens bei Bulach unter Wasser setzen konnte.) Im allgemeinen überließ man die Verteidigung der steil abfallenden Nordböschung der Albniederung und der Inundation. Die seitliche Be- streichung der wichtigen Brücke bei Mühlburg besorgte eine zwischen dem. Über- schwemmungsrande und der Maschinenfabrik zu suchende, mit 3 Geschützen armierte Redoute. In Wechselwirkung mit ihr stand das am Südausgang von Mühlburg gelegene Mühlburger Fort, das nur aus einer mehrfach geknickten Schanzenfront bestand und mit 4 Geschützen den unmittelbaren Brückenschutz versah. Von diesem Werk lief eine geschlossene Linie etwa bis zur heutigen Militärschwimmschule. Von hier an trugen die Befestigungen mehr den Charakter eines Verhaus, in den zur Ver- stärkung einige Schanzen eingestreut waren. Ob die auf dieser Strecke an der Alb sichtbaren Erdklötze mit der Linie etwas zu tun hatten, möchte ich dahingestellt sein lassen. Östlich der Einmündung des tief eingeschnittenen Malscher Landgrabens überschritt die Linie die Alb und dehnte sich ohne Unterbrechung hinter dem Graben bis zur stra- tegischen Eisenbahnlinie aus. Bezüglich dieser Strecke steht Riecke nicht nur mit dem

ı) Die Stützpunkte hinter den gegen die Türken errichteten Grenzbefestigungen hießen Tschardaken.

2) Für die Jahre 170709 verfügt das Generallandesarchiv über einen gewissen Überfluß an Plänen der Linie, doch versiegt diese Quelle für die Zeit des polnischen Thronfolgekrieges fast völlig. Zu dem im folgenden unternommenen Rekonstruktionsversuch, der in erster Linie auf sorgfältiger Erkundung des Geländes und der erhaltenen Reste beruht, wurde der im Bad. Milit.-Almanach 1857 veröffentlichte Plan Rieckes und der in der Kartensammlung des vom österreichischen Generalstab herausgegebenen WerkesFeldzüge des Prinzen Eugen befindliche Plan, den ich der Kürze halber den österreichischen Plan nennen will, benützt. Betont sei jedoch, daß beide Pläne vielfach nicht nur unter einander nicht übereinstimmen, sondern auch oft mit den im Gelände doch noch zahlreicher vorhandenen Resten, als man gewöhnlich annimmt, sich nicht decken. In einigen Fragen konnten Karten der Ober- direktion(Gemarkungspläne von Rüppurr, Ettlingen und Forchheim) aus den Jahren 174081 wertvolle Dienste erweisen.

3) Ein ungeführes Bild derInundation kann man erhalten, wenn im Winter die Albniederung zwischen Mühlburg und Appenmühle unter Wasser gesetzt wird.