Aufsatz 
Festschrift des Großherzogl. Gymnasiums in Karlsruhe zu den Jubiläumsfeierlichkeiten im September 1906
Entstehung
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Linie in den breiten, wasserreichen Bruchwiesenstreifen hinab. Ein nur durch einen Redan unterbrochenes Wallstück führte von Nr. 3 hinüber zu Nr. 4, derWasser redut, deren Lage wohl auf der inselartigen Höhe südwestlich des Schnittpunktes der Staatsbahn und der Landstraße Ettlingen-Rastatt angenommen werden muß. Die südwestlich von Ettlingenweier im Bruch liegende Ziegelei war, wie schon früher erwähnt, durch Be- festigungsanlagen zu einem vorgeschobenen Posten umgewandelt worden. Trotz der Stärke und erheblichen Ausdehnung dieser Flügelgruppe blieben keine Spuren von ihr im Gelände erhalten.

Wesentlich anderen Charakter trug die von Nr. 4 durch die Rohräcker und den obern Hardtwald nach der Nordostecke des Forchheimer Exerzierplatzes strebende Ver- bindungslinie. Nach Angabe aller im Generallandesarchiv liegenden Karten aus der Zeit des spanischen Erbfolgekrieges es sind deren nicht wenige und der Franzosen (Pelet), war sie nichts weiter als eine aus Brustwehr und breitem Verhau gebildete Redan- linie ohne Graben, Sie dürfte am ehesten im Profil den im Gebirg angelegten Teilen der Bühl-Stollhofener Linie geglichen haben.(Siehe Skizze 1.) Die Zahl der durch gerade Kurtinen von 150180 m Länge untereinander verbundenen Redans belief sich auf vier- undzwanzig. Sie numerierten sich in sich von Osten nach Westen unabhängig von der schon erwähnten Hauptnumerierung, welche durch vier als besonders wichtig angesehene Redans und drei an der Johannesbrücke, am Pürschweg und am Schwimmschulweg ein- geschobene stärkere Werke(Nr, 511) fortgesetzt wurde.

Aus den ziemlich bescheidenen Anfängen entwickelte sich dann in einer späteren Periode, vermutlich im polnischen Thronfolgekrieg, die aus hohem Wall und breitem Graben bestehende Redanlie, die uns der schützende Wald auf eine Strecke von einigen Kilometern erhalten hat. Nicht weniger als 15 Redans sind noch heute zwischen dem Forchheimer Platz und der Joharmnesbrücke zu zählen. Drei liegen in dem südöstlich . der Brücke gelegenen Waldzipfel. An den Köpfen der meisten Redans, die eine durch- schnittliche Seitenlänge von etwa 50 m haben, führen noch heute rampenartige Auffahrten zu Geschützständen. Auch lassen sich auf dem Walle Einschnitte für die Geschützrohre unschwer erkennen, Die äußere Wallböschung erreicht bisweilen eine Höhe von 10 m, der Graben eine durchschnittliche Breite von 8 m.

Wie die Redanlinie selbst, so erfuhren auch die eingefügten stärkeren Werke im Laufe der Zeit mancherlei Veränderungen.

Werk Nr. 7, westlich der so wichtigen Johannesbrücke,beym steinern Brücklein, war im spanischen Erbfolgekrieg ein Brückenkopf von dem Grundriß einer Tenaille(Zange, Schere). Im folgenden Kriege erwuchs ein weitläufiges Hornwerk, dessen im Waldesdunkel südlich der Sandgrube ruhende Reste an späterer Stelle Gegenstand der Besprechung sein werden.

Nr. 9.Die redoute im Verhack, etwas westlich des Pürschweges angelegt, stellt sich auf den älteren Karten als einen hinten geschlossenen Redan ohne Graben dar. Heute erblicken wir an dieser Stelle eine nahezu quadratische Redoute mit einer Seiten- länge von 40 m. Die Höhe der äußeren Wallböschung und die Grabenbreite beträgt durchschnittlich 8 m. Eine 7 m lange, 6 m breite Brücke führt an der Westseite in den Redoutenhof. An den drei dem Feinde zugewendeten Ecken sind hohe Geschützstände mit Rampen angebaut.